Auf Entdeckungsreise in Kapstadt

by Klaus on 29. März 2010

in Sehenswertes

capetown von obenJährlich kommen hunderte von Praktikanten aus aller Welt nach Kapstadt um im südlichsten Land Afrikas ein Praktikum oder Freiwilligenarbeit zu absolvieren.

Neben der Sammlung von Arbeitserfahrung in einem südafrikanischen Unternehmen, der Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse und der persönlichen Weiterentwicklung soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Schließlich soll das Praktikum am anderen Ende der Welt eine ganz besondere Erfahrung sein, die sich nicht nur gut im Lebenslauf macht sondern an die man sich auch ein Leben lang mit Freude zurückerinnern wird.

Kapstadt ist eingebettet inmitten des gewaltigen Tafelbergmassivs und zwei Ozeanen. Damit hat die Mutterstadt, wie Kapstadt auch genannt wird, eine einzigartige Lage. An den zahlreichen Traumstränden kann man sich nach der Arbeit oder an den freien Tagen entspannen, die Sonne genießen oder sich mit Freunden auf ein Beachvolleyball-Match treffen. Kapstadt hat sich auch als Surferstadt einen Namen gemacht. Ob zum Kitesurfen oder Wellenreiten, an den dutzenden Surfspots in und um Kapstadt findet jeder seine perfekte Welle. Wer noch nie Surfen war, kann z.B. im nicht weit entfernten Muizenberg am indischen Ozean in einer der zahlreichen Surfschulen Surfunterricht nehmen. Außerdem sollte es kein Praktikant missen, zwischen August und November nach Hermanus zu fahren, wo jedes Jahr aufs Neue die großen Wale zum Kalben kommen. Nur selten wird diesen gigantischen Tieren der Ozeane so nahe kommen können. Wer ganz mutig ist, kann noch weiter östlich bei Gansbaai sogar auf Tuchfühlung mit den berüchtigten weißen Haien gehen. Geschützt in einem Käfig wird man unter Wasser gelassen und kommt so den furchteinflößenden Meeresbewohnern ganz nahe, wahrscheinlich sogar näher als einem lieb ist…

Und wenn man schonmal bis Gansbaai gefahren ist, kann man auch gleich noch die berühmte Garden Route anschließen, die für ihre wundervolle Küste und Natur bekannt ist. In verschiedenen Nationalparks kann man sich auf die Suche nach den „Big 5″ machen (Löwe, Jaguar, Büffel, Nashorn, Elefant). Auf der Garden Route kann man auch von der mit 216 Meter Höhe höchsten Bungeeabsprungmöglichkeit der Welt springen. Adrenalin Pur!!!

Wer sich die Stadt lieber von oben anschaut, sollte das Wahrzeichen Kapstadts, den Tafelberg, unbedingt über einen der zahlreichen Wanderwege erklimmen. Zwar fährt auf den 1087 m hohen Berg auch eine Seilbahn, jedoch sollte man mindestens einmal den Aufstieg zu Fuß gemeistert haben. Der Lohn ist eine gigantische Aussicht auf die am Fuße des Tafelbergs liegende Stadt. Vom Gipfel aus, kann man die Innenstadt, die sich dahinter erstreckenden Cape Flats, wo sich die Armenviertel (Townships) der Stadt befinden, die berühmten Weinbaugebiete im Nordorsten der Stadt (hier sollte man unbedingt eine Winetastingtour machen), das neue WM-Stadion in Green Point, den Nobelstadtteil Camps Bay, die Gefängnisinsel Robben Island, die Tafelbergbucht, die angrenzenden Bergketten des Signal Hills und der 12 Apostel sowie bei gutem Wetter einen großen Teil der Tafelberghalbinsel überblicken.

Einen ebenso schönen, wenn nicht sogar noch besseren Überblick, hat man vom Lions Head, von dessen Gipfel man eine 360° Übersicht über Kapstadt hat. Der Lions Head ist die Verlängerung des Signal Hills und erhebt sich stolze 669 Meter über dem Meeresspiegel. Besonders in den Abendstunden und bei Vollmond erklimmen zig Touristen wie auch Einheimische den spitzen Löwenkopf um bei einem Gläschen Wein und anderen Leckereien den Sonnenuntergang über dem Atlantik oder Mondaufgang über Kapstadt zu bewundern.

Neben dem Tafelberg verbindet ein jeder natürlich das Kap der guten Hoffnung mit der Mutterstadt. Das Kap der guten Hoffnung befindet sich am südwestlichsten Zipfel Afrikas inmitten des Table Mountain National Parks. Der Eintritt zum Park kostet derzeit 70 Rand, gehört jedoch mit zum Pflichtprogramm eines Kapstadt-Besuchs und mit etwas Glück läuft einem am Kap eine Horde Affen über den Weg.

Wer sich einen Überblick über die Stadt, dessen Geschichte und Kultur sowie der Sehenswürdigkeiten verschaffen will, sollte unbedingt ein Ticket für die rote oder blaue Sightseeing-Bustour lösen. Hier erfährt man wirklich interessante Informationen, die man in keinem Reiseführer findet. Man kann an jeder der vielen und sehenswerten Stationen aussteigen und sobald man die Gegend ausreichend erkundet hat, die Tour fortsetzen. So hält der rote Bus z.B. am belebten Einkaufszentrum V+A Waterfront direkt am Hafen, am beeindruckenden Two Oceans Aquarium, an mehreren Haltestellen in der Innenstadt, an der Talstation der Cable-Way, die zum Gipfel des Tafelberges fährt, im Nobelvorort Camps Bay, wo man sich in einer der Szenebars ein kühles Bier gönnen oder ein Päuschen am weißen Sandstrand einlegen kann und an vielen weiteren Stationen. Der blaue Bus fährt etwas weiter hinaus und hält z.B. an einem der schönsten botanischen Gärten der Welt, in Kirstenbosch, wo im Sommer immer Open-Air Konzerte stattfinden und in Hout Bay, einem Vorort Kapstadts auf der anderen Seite des Tafelberges, wo man die Gelegenheit hat, eine Tour durch das Township Imizamo Yethu zu machen. Denn genauso wie die großen und prunkhaften Villen in Camps Bay oder Clifton gehören auch die bedrückenden Armensiedlungen in den Townships zu Kapstadt und Südafrika.

Im Zusammenhang mit diesem Thema sollte man unbedingt auch einen Abstecher nach Robben Island, der ehemaligen Gefängnisinsel von Kapstadt machen, auf der der Freiheitskämpfer und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela während der Apartheid viele viele Jahre gefangen gehalten wurde. Auch ein Besuch im District 6 Museum ist sehr lohnenswert. Das District 6 Viertel, in dem während der Apartheid hauptsächlich Farbige wohnten, wurde ab 1968 aus Gründen der Rassentrennung zwangsgeräumt und die Bewohner in die Cape Flats vertrieben. Noch heute ist das Gebiet zu einem Großteil Brachland, obwohl es direkt an die Innenstadt grenzt.

Neben all der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt bietet Kapstadt auch ein außergewöhnliches Nachtleben. Wer gern feiern geht ist hier richtig. Denn Kapstadt schläft nur selten und auch unter der Woche ist immer irgendwo was los. Ob das nun Montags im Mercury ist, wo die Studenten sich bei Livekonzerten, Billigbier und Rockmusik die Nacht um die Ohren schlagen oder Samstags im schicken Hemisphere, einem Club im 31. Stockwerk eines Bankgebäudes mitten in der Innenstadt; in Kapstadt findet jedermann einen Club oder eine Bar nach seinem Geschmack.

Am Wochenende ist der Dreh- und Angelpunkt der Partyszene in jedem Fall die Long Street, wo sich Club an Club und Bar an Bar reiht und man von der einen Party zur nächsten fallen kann.

Kurz und gut: Kapstadt hat mehr zu bieten, als man sich dies vorstellen könnte. Und wenn man es wagt über den Tellerrand hinauszuschauen und bereit für das Abenteuer seines Lebens ist, dann sollte man nicht zögern, sondern die Chance ergreifen und nach Kapstadt kommen. Ich wette, ihr werdet es nicht bereuen!

Mehr Informationen zu Kapstadt mit vielen Ausflugs- und Ausgehtipps für diese Traumstadt findet ihr auch auf meinem Zweitblog Kapstadt Entdecken, den ich zusammen mit André von „Study Cape Town“ betreibe.

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