Bungee Jump von der Bloukrans Bridge

by Klaus on 1. Oktober 2008

in Mein Auslandstagebuch, Reiseberichte, Sport & Freizeit

Bloukrans-BridgeSamstag fuhren wir von Knysna ins Tsitsikamma Gebiet, wo wir zur Einstimmung auf den Bungee Jump eine Zip Waterfall Tour machten.

Dann ging es endlich zur 216 m hohen Bloukrans Bridge, nähe Plettenberg Bay, der höchsten Brücke in Afrika, der dritthöchsten Brücke der Welt und der höchsten Bungeesprungmöglichkeit der Welt, ausgezeichnet vom Guinness-Buch der Rekorde.

Als ich das erste Mal den Blick auf die Brücke und das Tal schweifen lassen konnte, spürte ich bereits ein leichtes Kribbeln im Bauch. Sieht doch höher aus, als ich mir das vorgestellt hatte. Da wollen wir runter? Ja, da wollen wir runter! Es kann eigentlich nicht hoch genug sein. Ich war mir 100 % sicher, dass mir der Sprung Spaß machen wird, dass ich es bereuen würde, wenn ich es nicht täte, dennoch spürte ich eine gewisse Anspannung bei dem Gedanken am Abgrund zu stehen. Schließlich springt man nicht alle Tage kopfüber von der höchsten Brücke Afrikas.

Also gingen wir schnell zur Registrierungsstelle, wo wir gewogen wurden, eine Jumpernummer bekamen und bezahlten. Nun gab es also kein Zurück mehr. Dann warteten wir auf die Großeltern von Jana, die in Südafrika wohnen und sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Nach einer ziemlich langen Wartezeit ging es schließlich mit einer Gruppe von etwa 25 Bungeejumpern zur Brücke. Wir liefen in einer Art Maschendraht-Metallkäfig direkt unter der Autobahn bis zum Absprungpunkt der Brücke. Man hatte dabei aufgrund des Maschengitters jederzeit einen wunderschönen Blick in das gut 200 Meter tiefer liegende Tal.

Dort angekommen bekamen wir noch letzte Anweisungen für den Sprung, bevor laute Technomusik abgespielt wurde, die uns nochmal ordentlich aufpushte. Zudem trug die verrückt witzige Art des Personals zur guten Stimmung bei. Sie begrüßten uns alle mit Handschlag und Namen, schlugen uns immer wieder anerkennend auf die Schultern und sorgten für die richtige Atmosphäre.

Joha sollte der erste Jumper sein. Er bekam um seine Füße eine Schaumstoffummantelung gelegt, an der schließlich das Bungeseil befestigt wurde. Laufen war nun nicht mehr möglich und man war auf die Hilfe des Personals angewiesen, die einen an die Kante der Brücke führten. Das ganze wurde dabei von einer Videokamera gefilmt und ein Fotograf hielt die besten Augenblicke von der Vorbereitung und dem Sprung mit einem Fotoapparat fest.

Nach Joha war Jana an der Reihe, bevor ich auch schon auf dem kleinen Stuhl saß und mir meine Beine zusammengebunden wurden. Langsam stieg meine Nervosität. Schließlich wurde ich an den Rand der Brücke gehievt und dann ging alles ganz schnell. Ich blickte runter ins Tal und wurde mir bewusst, dass ich gleich nach 4 Sekunden und 160 Metern freiem Fall und nach dem Zurückschleudern nochmal 3 Sekunden freiem Fall kopfüber etwa 50 Meter über dem Bloukransriver hängen werde. Ich breitete die Arme aus und das Jump-Personal, die mich in eine leichte Schräglage gebracht hatten, zählten runter: „Five, Four, Three, Two, One, … Bungee“. Und in dem Moment stieß ich mich ab und war auch schon am Fliegen.

Gerade noch die laute Musik in den Ohren, hatte ich nun komplette Stille um mich herum. Ein gigantisches Erlebnis. Ich raste der Erde entgegen und genoss den freien Fall. Viel zu schnell spannte sich das Bungeeseil und ich wurde wieder nach oben katapultiert, um am höchsten Punkt dann nochmal 3 Sekunden im freien Fall den Bäumen entgegenzurasen. Im Hintergrund sah ich den tiefblauen Ozean, der sich nun als Himmel präsentierte. Unter bzw. über mir nur Bäume und der Bloukrans-River.

Nach ein paar weiteren vertikalen Schwingbewegungen hing ich kopfüber am Seil und musste etwa 60 Sekunden warten, bevor sich einer der Helfer abgeseilt hatte, mich wieder in Normallage brachte und wir dann nach oben gezogen wurden. Auf der Plattform angekommen, gratulierte mir das Bungee-Personal und es wurden noch ein paar Fotos gemacht. Mit einem zufriedenem Grinsen hatte ich sofort das Bedürfnis nochmal zu springen, da ich den Sprung beim zweiten Mal völlig anders und ohne vorherige Anspannung genossen hätte.

Jedem der sich überlegt von dieser Brücke zu springen, kann ich dieses nur ans Herz legen. Ihr werdet es nicht bereuen. Es ist einfach eine geniale Erfahrung und letztendlich nur halb so „schlimm“, wie man es sich vorstellt. Gäbe es eine noch höhere Sprungmöglichkeit würde ich diese sofort wahrnehmen, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Noch aber hält die Bloukransbridge den Guinness-Worldrekord als höchste Bungee Jumping Brücke der Welt.

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