Cederberg Mountains

by Klaus on 17. November 2008

in Mein Auslandstagebuch, Reiseberichte, Tiere & Wildlife

CederbergeAm Wochenende waren wir mit insgesamt 35 Praktikanten in den Cederberg Mountains, die etwa 300 km nordöstlich von Kapstadt in der Cederberg Wilderness Area liegen und kaum touristisch erschlossen sind, weshalb auf uns ein mehr oder weniger ruhiges und idylisches Wochenende ohne Handyempfang, TV und Internet warten sollte. Insgesamt dürfen sich nur 150 Leute auf einmal in der riesigen Cederberg Wilderness Area befinden. So werden die Touristen in jeweils 3 Sektoren à 50 Leuten eingeteilt, was dafür sorgt, dass man sich wirklich abgeschieden fühlt und die Natur in völliger Ferne jeglicher Zivilisation erleben kann.

Die Cederberge bekamen ihren Namen von den dort zahlreich vorhandenen Zederbäumen und sind berühmt für ihre zerklüfteten Steinformationen die vor Millionen von Jahren durch die Winde auf der Hochebene entstanden sind. Dabei wurde das weichere Gestein in tausenden von Jahren abgetragen. Übrig blieben nur die heute vorhandenen Gesteinsformen.

Freitag Abend ging es direkt nach der Arbeit los. Nach etwa 3 Stunden Fahrt mussten wir von der Autobahn auf die Schotterpiste, auf der es dann nochmal bei absoluter Dunkelheit 60 km über Stock, Staub und Stein bis zu unserem Schlaflager ging. Von den Cederbergen haben wir nachts natürlich nichts mehr gesehen, die volle Schönheit der Berge sollte uns erst am nächsten Morgen bewusst werden.

Wolfberg Cracks und Wolfsberg Arch

Wir übernachteten in der rustikalen Sanddrif-Farm direkt neben dem Rietgat-River. Unsere einfachen Stockbetten standen in Barracken mit zerstörten Fenstern und uralten, staubigen Matratzen. Schnell löschten wir das Licht, da hier handflächengroße Spinnen und Ameisen rumlaufen, die man lieber nicht im Schlafsack haben will. Außer einem Kühlschrank, Stromanschluss und fließend Wasser verzichtet die Farm auf jeglichen Luxus, was für eine besondere Atmosphäre inmitten der Wildnis der Cederberge sorgt. Wir saßen dann noch gemütlich am Braai, aßen unser Fleisch, tranken ein paar Bierchen und gingen dann relativ früh ins Bett, um am nächsten Tag fit für die lange Wandertour zu sein.

Eigentlich wollten wir ja schon um 10 Uhr aufbrechen. Da Henry aber nochmal nach Stellenbosch fahren musste, weil er die Kochtöpfe vergessen hatte, konnten wir erst um 12 aufbrechen, was den 90 minütigen steilen Aufstieg zu den Canyons in der knallenden Mittagssonne bei 30°C so richtig angenehm machte..

Von hier ging es dann nur noch über Felsen weiter in die Canyons rein. Wir mussten zuerst eine etwa 2,5 Meter hohe Felswand überwinden auf der wir uns dann entlang des Felsens am Abgrund entlang schlängeln musste. Ein Mädchen wartete unten auf uns, da sie aufgrund ihrer Höhenangst nicht mehr weiter konnte und wollte. Dann ging es in die Canyons rein. Durch enge Gänge ging es bei teilweise absoluter Dunkelheit in die große Höhle. Hier konnten wir wirklich beeindruckende Gesteinsformen betrachten und eine kurze Pause machen, bevor es am Boden der 1 Meter breiten und etwa 20 Meter tiefen Felsspalte weiter bergauf ging. Jetzt kam der spaßige Teil des Aufstiegs. Nach 30 Minuten Wartezeit kamen wir auch endlich an die Reihe und mussten erstmal wieder eine Felswand überwinden. An den Wänden der Schlucht lief das Wasser runter, was nach der Sauna beim Aufstieg für eine willkommene Abkühlung sorgte. Danach musste man sich auf den Rücken legen und sich rückwärts robbend unter einem riesen Stein durch ein enges Loch quetschen. Wenn man endlich die Felsröhre passiert hatte, musste man sich aufsetzen, den Kopf aus der Röhre stecken, tief einatmen damit der Bauch durch die Öffnung passt und sich dann rausziehen lassen. Nichts für Leute mit Platzangst! Danach ging es nochmal über ein paar Felswände weiter steil hinauf, an denen ich mir kräftig den Kopf angeschlagen und die Hose aufgerissen hatte bis wir schließlich wieder Tageslicht über uns hatten und uns dann auf der Hochebene des 2000 Meter hohen Bergplateaus vom Aufstieg erholen und die Aussicht und absolute Stille genießen konnten.

Eine kleine Gruppe machte sich noch auf den Weg zum Wolfsberg Arch, einem gigantischen durch die Winde geschaffenen Steinbogen. Die andere Gruppe machte sich schonmal auf den Rückweg zurück ins Tal, da es schon recht spät war und wir den Weg nicht im Dunkeln zurück legen wollten. Endlich im Camp angekommen genehmigten wir uns erstmal eine kalte Dusche und ließen den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen. Nachts waren wir noch bei einer Sternwarte um bei völliger Dunkelheit den absolut beeindruckenden Sternenhimmel der südlichen Hemisphere zu beobachten, den man so in Deutschland niemals zu sehen bekommt. Man konnte sogar die Magellansche Wolken und wahre Sternschnuppenschauer beobachten.

Malgat Rockpools

Am nächsten Tag liefen wir über dschungelartige Pfade bis zu den Malgat Rockpools. Das ist ein von Klippen umrahmter durch die Natur geschaffener tiefer Krater voller Wasser. Nach 5 Minuten sind wir dann auch schon von den 12 Meter hohen Felsen ins kühle Nass gesprungen. Oft kann man das jedoch nicht machen, da beim Eintauchen ins Wasser bei dieser Höhe doch schon heftige Kräfte auf einen wirken. Mir tut jetzt noch alles weh und die Blutergüsse sprechen eine deutliche Sprache. Es gibt jedoch auch niedrigere Klippen, bei denen man ohne Bedenken runterspringen kann. Aber es hat einfach gefetzt und so haben wir den ganzen Nachmittag dort verbracht, bevor es am frühen Abend schließlich zurück nach Kapstadt ging.

Alles in allem war es ein wirklich geniales Wochenende. Ich kann nur jedem empfehlen ein paar Tage in den Cederbergen zu verbringen um die einzigartige Landschaft, Ruhe und Abgeschiedenheit zu genießen.

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Thomas November 17, 2008 um 20:51

Thomas says: etwas schlampig, wie du dein Bett zum Lüften rausgehängt hast (Bild #10, Serie 1)

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Niels November 18, 2008 um 10:03

Schöne Bilder Klaus!

Grtzz von der Holländische Jesus

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