Das war Rammstein in Kapstadt

by Klaus on 11. Februar 2011

in Events Kapstadt

rammstein kapstadtMittwoch Abend hatte die deutsche Band Rammstein ihren ersten Auftritt in Südafrika. In der ausverkauften Grand West Arena erlebten ca. 6000 Fans einen atemberaubenden Auftritt mit großer Feuer- und Bühnenshow. Heute Abend treten die sechs Berliner Jungs im Coca-Cola Dome in Johannesburg auf, bevor der schwarze Kontinent auch schon wieder verlassen wird. Eine kurze Stippvisite, die sich aber gelohnt hat.

Vor der Grand Arena bildeten sich lange Schlangen, denn die schwer bepackten Rock- und Metalfans mussten erst einemal die Metalldetektoren passieren. Noch schnell einmal aufs Klo, ein Bier getrunken und dann ging es auch schon Richtung Konzerthalle, als plötzlich die Bässe losknatterten und wir von einem Kanonenschuss zum Rennen aufgefordert wurden. Der Veranstalter hatte den Konzertbeginn nämlich spontan um eine Viertelstunde nach vorne gelegt, wovon wir jedoch nichts mitbekommen hatten.

Die Gesänge der fast ausschließlich weißen südafrikanischen Fans ließen jedoch auf „Rammlied“ schließen und wir waren dann auch schnell in der Halle und konnten dem Spektakel selber zusehen und hören. Die überdimensionale Deutschland Flagge hatten wir jedoch schon verpasst. Wir standen direkt im „Golden Circle“ nur wenige Meter schräg links von der Bühne entfernt. Die riesigen und gut eingestellten Sound- und Bassanlagen wummerten direkt vor unseren Ohren, ein betäubender Sound, anfangs fast zuu laut, der unser Hörorgan noch lange nach Konzertende klingeln ließ. Vor allem die immer wieder freigesetzten Kanonenschüsse und unerwartenden Knalle durch explodierende Mikrofonständer und Raketenwerfer sorgten für kurze Schreckmomente während des Konzerts.

Eine besondere Kommunikation zwischen Fans und Band gab es nicht, zumindest nicht auf sprachlicher Ebene. Lediglich am Ende des Konzertes wurde sich artig auf Englisch und Deutsch bei den Kapstädter Fans bedankt: „Thank you / Dankeschön“. Frontmann Till Lindemann forderte die Massen immer wieder mit Gestiken zum Mitsingen und Klatschen auf, was den Südafrikanern auch gut gelang, zumindest bei den bekannteren Liedern wie „Du Hast“, „Links, 2, 3, 4″, „Sonne“ oder „Rammlied“. Die Stimmung war auf jeden Fall super und wenn ich mich umblickte war eigentlich allen Fans ein Grinsen aufs verschwitzte Gesicht genäht. Denn mit Feuer wurde nicht gespart. Selbst ganz hinten auf den Sitzplätzen habe man die Hitze der Flammenwerfer gespürt, erzählte mir ein Kollege. Und ganz vorne haben die Feuerexplosionen sicher auch das ein oder andere Haar versengt. Passiert ist natürlich nichts, auch wenn der ein oder andere Besucher das vielleicht vermutete, als Lindemann mit einem Flammenwerfer auf einen Standman hielt, der sofort in Flammen aufging und über die Bühne rannte.

Neben dem Feuer und einer beeindruckenden Lichtshow wurden auch wieder allerhand Requisiten aufgefahren. Neben den verrücktesten Verkleidungen wurde zu „Mein Teil“ der obligatorische überdimensionale Kochtopf aufgefahren, in dem Keyboarder Christian Lorenz mit einem Flammenwerfer gegrillt wurde. Dieser durfte in der drei Lieder langen Zugabe während des Songs „Haifisch“ auch wieder ein Bad in der Menge nehmen. Dabei wurde sein Schlauchboot über die Hände des Publikums in einem Kreis sicher zurück zur Bühne getragen. Beim einzigen englischen Lied „Pussy“ kam Tills riesige Spermakanone jedoch nicht zum Einsatz. Vielleicht hat es das riesen Ding nicht rechtzeitig bis Afrika geschafft.

Die Setlist in Kapstadt bestand aus folgenden Liedern:

  1. Rammlied
  2. Bückstabü
  3. Waidmanns Heil
  4. Keine Lust
  5. Weißes Fleisch
  6. Feuer Frei
  7. Wiener Blut
  8. Frühling in Paris
  9. Mein Teil
  10. Du riechst so gut
  11. Benzin
  12. Link 2-3-4
  13. Du Hast
  14. Pussy

Als Zugabe gab es

  1. Sonne
  2. Haifisch
  3. Ich Will

„Engel“ und „Amerika“ wurden leider nicht zum Besten gegeben, was der Band bei ihrem großen Songrepertoire und einer 90 minütigen Show ohne Pause jedoch nicht übel zu nehmen ist. Immerhin durften wir 17 Songs und eine geniale Bühnenshow genießen.

Nach dem Konzert lief auch alles glatt und wir konnten schnell und ohne Stau die Parkplätze verlassen. Abgesehen von dem frühzeitigen Konzertbeginn, eine durch und durch gute Organisation des Veranstalters Big Concert.

Insgesamt eine wahnsinnig gute Show und ich habe das Konzert, obwohl ich nie ein sonderlicher Rammstein-Fan war, sehr genossen. Auch die Südafrikaner zeigten sich mehr als begeistert. Von vielen hörte ich nach dem Konzert, dass es das beste Konzert ihres Lebens war. Leider darf bezweifelt werden, dass Rammstein allzu bald wieder nach Südafrika kommt. Bleibt mir nur den Fans in Johannesburg heute Abend viel Spaß zu wünschen.

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Rammstein in Kapstadt (Copyright by Samantha Laura Kaye)

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Till lässt es knallen (Copyright by Samantha Laura Kaye)

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Flake am Keyboard (Copyright by Samantha Laura Kaye)

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Richard Kruspe (Copyright by Samantha Laura Kaye)

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Oliver Riedel (Copyright by Samantha Laura Kaye)

Mehr Bilder gibts bei missmoss.posterous.com, samanthalaurakaye und bei Big Concert.

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