Das Winterloch

by Klaus on 6. August 2010

in Mein Auslandstagebuch

kapstadt im winterNachdem die WM nun ja fast schon wieder ein Monat um ist, wird es mal wieder Zeit, dass ich hier von mir hören lasse. Der Blog war im letzten Jahr zwar sehr WM-lastig, doch das wird sich jetzt ändern. Nach dem Ende der WM will ich wieder hauptsächlich News aus Südafrika, meinem Leben und meinen Erlebnissen in diesem Land mit der Welt teilen. Deshalb gibt es ab sofort in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder etwas von mir zu hören. Wäre ja auch schade, wenn es das jetzt gewesen wäre.

Also, was gibt es zu berichten? In Deutschland gibt es das Sommerloch, hier würde ich eher vom Winterloch sprechen. So viel ist garnicht passiert in letzter Zeit. Ich hätte mir den Winter ja wesentlich schlimmer vorgestellt. Man erzählte mir, dass es hier den ganzen Tag regnen würde, es kalt wäre, dunkel und neblig. Doch davon habe ich bisher nicht viel von mitbekommen. Der letzte Regentropfen ist vor einem Monat gefallen, als es in Deutschland gerade 40°C hatte. Da war ich schon neidisch. Und auch während der WM wäre wärmeres Wetter natürlich toll gewesen. Was hab ich gefrohren, als ich beim Spiel zwischen Italien und Paraguay im Cape Town Stadium saß. Gerade zu Beginn der WM war es oft regnerisch und kalt. Und wenn die Wolken einmal in der Stadt zwischen den Berge hängen, dann bleiben sie dort eine ganze Weile.

Ich kenne den Regen noch aus meiner Zeit von 2008, als ich im August in Südafrika ankam. Es regnete teilweise echt viel, aber schon ab Mitte September wurde das Wetter spührbar besser. In Südafrika gibt es sowas wie Herbst und Frühling eigentlich garnicht. Entweder es ist schön oder eben nasskalt. Glücklicherweise dauert der Sommer hier in Kapstadt acht Monate. In dieser Zeit fällt so gut wie überhaupt kein Regen. Umso wichtiger ist es, dass im Winter die Wasserbecken gefüllt werden. Doch derzeit bleibt der Regen wie schon gesagt aus und nicht selten passiert es, dass wir hier trotz Winter wärmere Temperaturen haben als in Deutschland.

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Winter in Südafrika, Sommer in Deutschland

Mich freuts. Noch jedenfalls. Denn ein Kumpel erzählte mir, dass es durchaus sein könnte, dass im Sommer dann das Wasser abgestellt wird, wenn der Wasserstand bis dahin in den Sammelbecken nicht hoch genug sei. Gerade auch wegen der vielen Buschbrände werden ausreichende Wassermengen benötigt. Ich erinnere mich noch gut an das Feuer in Kapstadt von 2009, als 3 Tage lang die Hubschrauber unentwegt Wasser auf die Brände schütteten. Na meinetwegen soll es eben nochmal regnen. Aber bitte nur nachts…

Was ist noch so passiert? Tja, mein Bruder Uli, der 2009 nach Kapstadt gezogen ist, hat die Mutterstadt nach der WM wieder verlassen und wohnt jetzt in Chicago. Ein gutes hatte es. Denn ich fahre jetzt sein Auto (ein alter Golf 1) und habe endlich einen fahrbaren Untersatz. Ohne Auto ist es in Kapstadt doch etwas blöd. Zwar mussten wir mit Gunther – so heißt unser Auto (Judith hat immer die Angewohnheit, all ihren häufig genutzten Sachgegenständen einen Namen zu verpassen) –  direkt am ersten Tag gleich mal in die Werkstatt, weil die ersten beiden Gänge nicht mehr reingingen und das Anfahren im dritten Gang auf Dauer doch etwas anstrengend war, doch geht es ihm jetzt wieder gut. Einzig wenn der Motor kalt ist, zickt Gunther gerne mal rum und läuft Gefahr abzusaufen, wenn man nicht ordentlich aufs Gas tritt. Aber immerhin sind wir jetzt mobil.

Auf Arbeit gibt es weiterhin viel zu tun. Ich bin fleißig dabei örtlichen und internationalen Firmen unsere Services wie Social Media Marketing und Copywriting zu verkaufen. Viele haben die Notwendigkeit von Marketingmaßnahmen im Social Web schon erkannt, doch sind noch die wenigsten in Südafrika gewillt, dafür auch Geld locker zu machen. So verbringe ich meine Zeit „uff Maloche“ damit, potentielle Kunden zu besuchen, unser Konzept zu präsentieren, unsere eigene „Social Presence“ auszubauen (Unsere Facebook-Seite, unser Twitter-Account, unser Blog (englisch/deutsch)), bestehende Kundenprojekte und -arbeiten umzusetzen usw. usf. Es wird jedenfalls nie langweilig und gibt immer was zu tun.

Ansonsten gibt es akut nichts neues zu berichten. Man hat sich mittlerweile halt schon eingelebt und erlebt tagtäglich das gleiche wie jeder andere Deutsche auch. Nur halt 10.000 km entfernt. Ich werde euch jedenfalls auf dem Laufenden halten.

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Ein Wintertag in Kapstadt

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Der Strand in Muizenberg. Derzeit jedoch zu kalt zum Baden

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