Drakensberge: Wandern in Südafrikas höchstem Gebirge

by Klaus on 28. April 2012

in Sport & Freizeit, Tiere & Wildlife

drankensberge thum

Die Drakensberge bilden die natürliche Grenze zwischen der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal und Lesotho. In dem kleinen Bergkönigreich ist das Gebirge auch unter dem Namen „Maloti-Berge“ bekannt.

Der höchste Berg ist der Thabana Ntlenyana mit 3.482 Metern über dem Meeresspiegel. Vielen sind die Drakensberge erst seit dem Katastrophenfilm „2012“ von Roland Emmerich ein Begriff. In dem Film wurde der für den 21.12.2012 vorhergesagte Weltuntergang thematisiert, der die Erde nach dem Ende der langen Zählung des Maya-Kalenders ereilen soll. Demnach wurde Afrika als einziger Kontinent von der Polverschiebung und den damit einhergehenden Phänomenen wie Vulkanausbrüche, Erdebeben und Tsunamis verschont. Die Drakensberge sind nach dem Untergang des Himalaya der neue höchste Punkt der Erde. Dies ist der Ort, der den Neubeginn der Welt und der Menschheit markiert.

karte drakensberge

Lage der Drakensberge

Unter Bergsportlern ist das Bergmassiv aufgrund ihrer vielfältigen Formen und Höhen, der guten klaren Bergluft, der Abgeschiedenheit und der großzügigen Flora und Fauna jedoch schon länger ein Begriff und ein beliebtes Touristenziel. Der auf südafrikanischer Seite befindliche „Ukhahlamba Drakensberg Park“ steht seit dem Jahr 2000 auf den Listen des Weltnaturerbe sowie Weltkulturerbe der UNESCO. UKhalamba kommt aus der Sprache der Zulu und heißt soviel wie „Wand der aufgestellten Speere“, was auf die zahlreichen Schluchten, Höhlen, Kämme, Überhänge und Zinnen der Drachenberge zurückzuführen ist.

Die über 3000 Meter hohe Bergkette erstreckt sich über die östlichen Gebiete Lesothos und den südafrikanischen Provinzen Mpumalanga im Norden, über KwaZulu-Natal bis ins Eastern Cape im Süden auf einer Länge von etwa 1.000 Kilometern. Die Berge bestehen zum großen Teil aus Basaltgestein und entstanden vor etwa 170 bis 150 Millionen Jahren durch vulkanische Eruptionen.

Wandern in den Drakensbergern

Drakensberge Wandern

Wandern in den Drakensbergen
Foto: Fritz Park, Flickr

Die Drakensberge eignen sich aufgrund ihrer vielgestaltigen Berge besonders als Reiseziel für Wanderbegeisterte und Kletterer. Vor allem im Royal-Natal-Nationalpark im nördlichen Teil des Gebirges kommen Wanderfreunde voll auf ihre Kosten. Der Park bietet ein großes Netz an klassifizierten Wanderrouten aller Schwierigkeitsgrade. So z.B. die Wanderung auf den mit 3282 Metern höchsten Punkt des relativ flachen Gipfelplateaus der nördlichen Drakensberge, den Mont-Aux-Sources.

Royal Natal Nationalpark

Royal Natal Nationalpark
Foto: Stefan Ehrbar, Wikipedia

Hier befinden sich die Quellen des Vaal Rivers, des Orange Rivers und des Tugela-Flusses. Letzterer stürzt über 948 Meter in fünf Stufen in die Tugela-Schlucht, in die ebenso ein Wanderweg führt, und mündet später im indischen Ozean. Das macht die Tugela-Fälle zum zweithöchsten Wasserfall der Welt. Zudem befindet sich im Royal-Natal-Park die beeindruckende Bergformation namens Amphitheater, die aus einer etwa acht Kilometer langen und fast senkrechten – etwa 1.000 Meter hohen – Felswand besteht. Der Royal-Natal-Park ist ein wahres Wanderparadies mit dutzenden kilometerlangen Wanderwegen. Durch die Schlucht im Park windet sich der Tugelafluss. Eine Wanderung entlang des Flusses bis zum donnernden Wasserfall am Fuße der Abbruchkante kann nur jedem empfohlen werden, der Berge, außergewöhnliche Felsformationen, die Ruhe und Natur liebt.

Amphiteather Royal-Natal Nationalpark

Amphiteater im Royal-Natal Nationalpark
Foto: PhilippN, Wikipedia

Auch der zentrale Teil der Drakensberge ist touristisch gut erschlossen. Es gibt vor allem im Vorland der 3000er zahlreiche Unterkünfte wie Lodges und Hotels, die als Ausgangspunkt für Spaziergänge in der märchenhaften Umgebung oder Wanderungen auf die höchsten Gipfel des Gebirges dienen. Darunter der schon erwähnte Thabana Ntlenyana (3482 m), der Champagne Peak (3377 m), der Monk’s Cowl (3234 m) und der Cathkin Peak (3181 m). Letzterer bietet einen atemberaubenden Rundblick über die benachbarten Bergwipfel und Täler.

Felsmalerei im Giant’s Castle Park

Das etwa 3000 Meter hohe saftig grüne Grasplateau im Giant’s Castle Wildpark eignet sich besonders zur Beobachtung von Eland-Antilopen und den seltenen Bartgeiern sowie anderen bedrohten Vogelarten.

Giant's Castle Park

Giant's Castle Park
Foto: TheLizardQueen, Flickr

Zudem kann hier in den zahlreichen Höhlen und unter Felsüberhängen bestens die beeindruckende Felsmalerei der San mit Bildern von Menschen, Tieren und kulturellen Ritualen bestaunt werden. Insgesamt umfasst der Giant’s Castle Park 25 Wanderwege unterschieldicher Schwierigkeit mit einer Gesamtlänge von 285 Kilometern. Die wohl beliebteste Route dürfte der Bushman’s River Trail sein, der mit eindrucksvollen Panoramablicken und Felszeichnungen in verschiedenen Höhlen aufwartet.

Im Süden findet man weniger Wanderwege vor. Hier befinden sich einige Naturschutzgebiete wie der Sehlabathebe-Nationalpark und das Tenahead Mountain Reserve, die gegründet wurden, um selten gewordene Tiere vor dem Einfluss der Menschen zu schützen.

Sani-Pass als einzige Verbindung zwischen Lesotho und KwaZulu-Natal

Jedoch kann der Süden des Gebirges mit dem Auto (oder besser gesagt mit dem Geländewagen) durchquert werden.

Sani Pass

Sani Pass

Hier befindet sich nämlich der Sani-Pass, der mit 2.874 Metern Höhe der höchste Gebirgspass Südafrikas ist und zu einem der spektakulärsten Gebirgspässe der Welt zählt. Der Pass ist die einzige Straßenverbindung zwischen KwaZulu-Natal in Südafrika (Underberg) und dem Osten von Lesotho (Mokhotlong). Ab der südafrikanischen Grenzstation, die sich aufgrund praktischer Gründe nicht an der eigentlichen Grenze auf Passhöhe, sondern am Fuß des Passes befindet, kann die unasphaltierte Schotterpiste nur noch mit einem Allradfahrzeug passiert werden, gilt doch der Sani-Pass als drittsteilste Passstraße der Welt. Während der Pass sich hinter der Grenzstation – offiziell noch auf südafrikanischer Seite – innerhalb von 6,5 Kilometern über zahlreiche Serpentinen 1.330 Höhenmeter den Berg hinauf schlengelt, führt die Straße auf der Seite Lesothos durch das Hochland der Berge (Details siehe unten).

Der atemberaubende Ausblick vom Sani-Pass ist eine Überquerung in jedem Fall wert. Von südafrikanischer Seite aus dauert die Auffahrt ins Bergkönigreich über den Pass ca. 2 1/2 Stunden. Unterwegs gibt es immer wieder Aussichts- und Haltepunkte, wo man eine besonders schöne Sicht auf die Drakensberge hat.

Hat man den Pass überwunden und Stop im „höchstgelegenen Pub der Welt“ gemacht, führt einen der weitere Straßenverlauf durch die karge Berglandschaft Lesothos, die der Höhenlage von knapp 3.000 Metern über dem Meeresspiegel geschuldet ist. Bäume gedeihen in dieser Höhe nicht mehr, die Vegetation besteht vornehmlich aus Gras und vereinzelten Büschen. Zwar sind in unmittelbarer Nähe zu dem Pub noch einige Hütten auszumachen, doch ist dieser Teil des Bergkönigreichs ansonsten kaum besiedelt. Wer Ruhe sucht, der wird sie hier finden! Der weitere Straßenverlauf führt Reisende über staubige Pisten weiter bis zum höchsten Punk des südlichen Afrikas, dem 3.482 Meter hohen Thabana-Ntlenyana, was soviel wie „schöner kleiner Berg“ heißt. Aufgrund der den Berg umgebenden Hochlandschaft ist der Gipfel des Thabana-Ntlenyana jedoch nur wenig ausgeprägt. Wer hier hochfährt, sollte warme Kleidung nicht vergessen. Denn während es in Underberg im Sommer richtig heiß werden kann, weht dort oben meist ein eisiger Wind. Im Winter ist diese Gegend in der Regel mit einer geschlossenen Schneedecke bedeckt.

Die Anfahrt nach Underberg von der südafrikanischen Küstenmetropole Durban dauert mit dem Mietwagen oder Bus etwa 2 Stunden. In Underberg, das als Tor nach Lesotho gilt, gibt es zahlreiche Hotels und Gästehäuser, wo man sich einmieten kann, bevor es über den Sani-Pass nach Lesotho geht. Der Sani-Pass selbst liegt etwa 20 km von Underberg entfernt. Danach ist ein 4×4 zwingend Pflicht!

Wer kein geländegängiges Fahrzeug hat, der kann auch ab Underberg geführte Tagestouren buchen, die einmal über den Pass, danach in ein Dorf der Basotho, wie die Einwohner Lesothos genannt werden, und wieder zurück nach Underberg führen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ca. 700 Rand pro Person.

Wetter und Reisezeit für die Drakensberge

In den Wintermonaten (Juni bis August) ist in den Drakensbergen Trockenzeit. Tagsüber klettert das Thermometer auf bis zu 20 Grad Celsius. Jedoch kann es nachts empfindlich kalt werden und auch in den Mittellagen bis unter den Gefrierpunkt abkühlen. Die oberen Stufen der Tugela-Fälle frieren in besonders kalten Wintern ein und bilden eindrucksvolle Eissäulen. Vor allem in den Hochlagen fällt im Winter Schnee.

Afri Ski in Lesotho

Afri Ski in Lesotho
Foto: Jaco van Tonder, Wikipedia

In Lesotho gibt es sogar ein Wintersportresort. Das moderne Skigebiet mit dem Namen Afri-Ski befindet sich im Nordosten des Landes im Distrikt Butha-Buthe auf einer Höhe von rund 3030 Metern. Auch wenn der Skiort mit den Verhältnissen z.B. in den Alpen nicht vergleichbar ist, toben sich hier bis zu 350 Gäste, von denen viele zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee sehen, zwischen Juni und August auf zwei Ski-Pisten und in einem Snowbard-Schneepark aus.

Im Sommer zwischen Dezember und Februar herrscht in den Drakensbergen Regenzeit. Mit täglichen Gewittern und Dauerregen muss gerechnet werden, auch wenn dazwischen immer wieder trockene und sonnige Phasen liegen. Die Temperaturen sind aufgrund der Höhe des Gebirges im Vergleich zu den subtropischen Wetterverhältnissen des Tieflandes gemäßigt und steigen selbst in den mittleren Lagen selten über 30 Grad.

Die optimale Reisezeit liegt somit in den Herbstmonaten April und Mai. Dann ist es bei trockenem Wetter tagsüber nicht zu heiß und nachts nicht zu kalt, was einem beim Wandern sehr entgegen kommt. Auch bietet sich für Freunde bunter Blumen der Frühling im Oktober an, wenn die Wildblumen in den buntesten Farben aus dem Boden schießen.

Drakensberge Karte

Wer Karten von den Drakensbergen mit Beschreibungen von Wanderwegen sucht, sollte sich einmal die folgenden zwei Bücher angucken:

Weiterführende Informationen zu den Drakensbergen

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