Ein Sonntag in Kapstadt

by Inge on 29. August 2010

in Reiseberichte

lions-headDas Ladegerät unseres Handys ist kaputt. Und so nützt uns unsere afrikanische Sim-Karte auch nichts. Also brauchen wir ein neues Handy, da das billiger ist als ein neues Ladegerät. Um untereinander Kontakt zu halten, sich zu verabreden, oder ein Taxi zu rufen, ist ein Handy einfach sinnvoll.

In Kapstadt gibt es zwar noch an allen öffentlichen Plätzen, wie früher auch bei uns, Telefonzellen, aber das Telefonieren von dort ist vergleichsweise teuer. Deshalb ist es sinnvoll sich eine afrikanische Sim-Karte z.B. von Vodacom, die es in allen möglichen Läden (auch Lebensmittelläden) für wenig Geld gibt. Das Telefonieren vom Handy ist ebenfalls sehr billig. Allerdings sollte man ein bis zwei freigeschaltete Handys im Gepäck haben.

Eigentlich geht in Kapstadt fast alles auch am Sonntag, aber unser Projekt Handykauf geben wir, nachdem wir mehrere Vodacomläden erfolglos abgeklappert haben und feststellen mussten, dass die sonntags meist geschlossen sind oder nur ein eingeschränktes Angebot (sprich teures Handy) haben.

Unser weiterer Plan ist es nach Robben Island, der Gefängnisinsel vor Kapstadt, auf der auch Nelson Mandela einen Teil seines Lebens verbracht hat, zu fahren. Die Tickets dafür gibt es bei der Schiffsanlegestelle Waterfront. Heute ist nicht unserer Glückstag – wegen technischer Probleme fahren die Schiffe nicht und alle Tickets für die nächsten 2 Tage sind schon ausgebucht. So lange im Voraus wollen wir nicht planen und canceln auch dieses Projekt.

Auf die Natur ist auch am Sonntag verlass und wir besteigen am Abend zum Sonnenuntergang den Lions Head. Dieser Berg ist zwar nur 669 m hoch, aber man hat eine wunderbare Aussicht beim Aufstieg, der spiralförmig um den Berg auf den Gipfel führt. Auf dem Lionshead gibt es einen Artenreichtum wie sonst nirgends auf der Welt. Auf diesem vergleichsweise kleinen Fleck der Erde, wachsen mehr verschiedene Pflanzen, wie in ganz Großbritannien. Interessante Gewächse mit Blüten in den schönsten und kräftigsten Farben, wie orange, blau, lila, rot…sind zu bestaunen. Besonders schön sehen die Silberbäume aus, die wegen ihrer feinen silbrigen Härchen auf den Blättern, silbern schimmern. Diese Bäume gedeihen nur auf dem Lions Head. Alle Versuche die Pflanze an andere Orte (auch in Südafrika mit gleichem Klima) zu versetzen scheiterten. Der Baum starb immer nach kurzer Zeit ganz plötzlich ab.

Der Teil unserer Truppe, der etwas langsamer war, entschied sich, auf halber Strecke auf den Sonnenuntergang zu warten. Wir waren etwas spät los gegangen und es wäre schade gewesen, wenn wir gerade bei Sonnenuntergang auf der Schattenseite des Berges gelaufen wären.

Die schnelleren Wanderer schafften den Gipfel noch rechtzeitig über die Abkürzung, bei der man das letzte steile Stück mit Hilfe von Seilen erklimmen muss.
Beim Abstieg konnte man beobachten, wie in Cape Town nach und nach immer mehr Lichter angingen. Langsam, als es fast dunkel war und ganz viele Lichter auf den Straßen und in den Häusern brannten, konnte man erahnen wie riesig diese Stadt ist.

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