Für mich ist Ghana weiter!

by WM 2010 Freak on 4. Juli 2010

in WM 2010

ghana flaggeIch habe das Viertelfinalspiel zwischen Uruguay und Ghana in Brackenfell geguckt, einer kleinen Stadt 30 km nördlich von Kapstadt, in der hauptsächlich Afrikaans sprechende Menschen leben und man nur selten englisch hört. Trotz Winter haben wir den Braai angeworfen und nebenbei das Fußballspiel verfolgt.

Die Südafrikaner unterstützen vorwiegend das Team aus Ghana, da es sich dabei um das letzte afrikanische Team bei der ersten WM auf afrikanischem Boden handelt. Umso enttäuschter und fassungsloser waren wir, als nach 120 Minuten Uruguay als Sieger des Viertelfinalspiels feststand. Eigentlich hätte nämlich Ghana jubeln müssen. Bis zum Ende der zweiten Halbzeit stand es zwischen den beiden Mannschaften 1:1. Die Tore hatten Muntari für Ghana (45.+2) und Forlán für Uruguay (55.) geschossen. Folgereichtig kam es zur Verlängerung, in der anfangs nicht viel passierte. Doch dann wurde es in der 120. Minute plötzlich hektisch vor dem uruguayanischen Tor.

Der Ghanäer Stephen Appiah will den Ball aus nur wenigen Metern mit dem Knie ins Tor befördern. Der Uruguayaner Luis Suárez steht auf der Torlinie und klärt in letzter Sekunde. Der Ball prallt zurück. Nächste Chance! Dominic Adiyiah ergreift sie und köpft den Ball Richtung Tor, ins Tor! Doch dann das Unglaubliche! Suárez nimmt seine Arme und wehrt den Ball, der sich fast schon hinter der Torlinie befindet und unweigerlich zum Siegtreffer der Ghanäer geführt hätte, mit seinen Händen ab. Als würden hier 22 Spieler Volleyball spielen…

Für Ghana bedeutete diese Aktion das WM-Aus. Zwar hat Suárez die rote Karte gesehen, doch konnte Asamoah Gyan den Strafstoß nicht verwandeln. Im darauf folgenden Elfmeterschießen hatte Uruguay wieder die Nase vorn und ging somit als Sieger vom Platz. Suárez wurde von seinen Mitspielern wie ein junger Gott gefeiert. Von Fairness scheinen die Uruguayaner noch nicht viel gehört zu haben, auch wenn den internationalen Fußballregeln entsprechend alles regelkonform ablief. Trotzdem gehört sich solch eine Aktion einfach nicht. Ob das Hände hochreißen jetzt Absicht oder eher Instinkt war. Und vielleicht sollte die FIFA mal überlegen, ob eine Regelanpassung für solche Fälle nicht angebracht wäre. So etwas gibt es im Basketball ja auch, wo die sogenannte Goaltending-Regel dafür sorgt, dass bei einer regelwidrigen Veränderung der Flugbahn eines Balles, der zu einem Korb geführt hätte, die Punkte trotzdem gezählt werden. Somit würde nicht auch der Angreifer, sondern ausschließlich der Verteidiger bestraft werden.

Doch die konservative FIFA behaart ja gerne auf ihren alten und teils unfairen Regeln und hält ja auch nichts von dem nur allzu angebrachten Videobeweis oder Ballchip.

Für mich jedenfalls ist Ghana der wahre Sieger!

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inge Juli 4, 2010 um 13:13

ich kann mich dem nur anschließen und finde das auch völlig ungerecht und unfassbar, dass die Uruguayer anschließend noch erklären sie haben verdient gewonnen. Das ist wirklich sehr schade für ganz Afrika.

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