Julius Malema – Südafrikas nächster Diktator?

by Klaus on 9. April 2010

in Alltäglicher Wahnsinn, Südafrika News

julius malemaDer Führer der Jugendbewegung des „Afrikanischen Nationalkongresses“ (ANC Youth League) hat nicht zum ersten Mal Schlagzeilen aufgrund rassistischer Äußerungen gemacht. Erst Anfang März hat Julius Malema vor Studenten das mittlerweile durch ein Gericht verbotene Lied „Shoot the Boer“ (erschießt die Buren) angestimmt, das aus der Zeit des Befreiungskampfes der schwarzen Bevölkerung in Südafrika kommt.

Vergange Woche wurde der weiße Extremist Eugène Terre‘ Blanche ermordet aufgefunden, der vor 1994 mit seiner rechtsextremen Widerstandsbewegung AWB gewaltsam das Ende der Apartheid und damit die Gleichstellung der schwarzen Bevölkerung verhindern wollte. Radikale weiße Kräfte geben Malema nun die Schuld am Mord des Extremisten und wollen Rache. Es besteht die traurige Tendenz, dass die grausamen Morde an weißen Farmern (1600 getötete Farmer seit 1994) die Zahl der Sympathisanten solcher radikalen Bewegungen steigert oder die Menschen zumindest in Zorn und Wut treibt. Anders sind die dutzenden Blumensträuße vor der Farm eines der schlimmsten Rassisten Südafrikas nicht zu erklären. Ob die Spannungen zwischen der weißen und schwarzen Bevölkerung irgendwann eskalieren, ist jedoch auch von dem noch jungen Julius Malema und seiner politischen und persönlichen Entwicklung abhängig.

Bei seinem Osterbesuch in Simbabwe hat sich Malema nicht lumpen lassen und trotz Verbotes abermals das Lied angestimmt. Noch heute sind die Wunden und Auswirkungen der Apartheid deutlich zu spüren. Umso schlimmer, wenn der Mord an Eugène Terre‘ Blanche von einem hochrangigen Politiker und Meinungsbilder zum Anlass genommen wird, Hass und Gewalt gegen Teile der weißen Bevölkerung zu schüren. Es ist schon bedenklich, wenn ein Politiker der Regierungspartei, der den Ruf eines Demagogen hat und die schwarze Jugend in Südafrika mitzureißen weiß, durch solche Aktionen den Frieden und die Demokratie in Südafrika gefährdet.

Malema hat bereits vor der Wahl des amtierenden Präsidenten Jacob Zuma klargestellt: „Wir sind bereit, für Zuma zu sterben, wir sind bereit, für ihn zu töten.“ Auch deshalb kann Malema in der Partei machen, was er will. Er genießt das bedingungslose Vertrauen bei Zuma und und lässt somit auch keine Gelegenheit aus, auf sich aufmerksam zu machen.

Meistens jedoch nur durch Negativschlagzeilen. So kam es mehrfach zu Beleidigungen und Anfeindungen gegenüber Industriellen, Kirchenführern oder Politikern wie etwa der Chefin der Oppositionspartei „Demokratische Allianz“, Helen Zille. Sie beschimpfte er unter anderem als Rassistin, Kolonialistin und Imperialistin, die sich alter Apartheidstaktiken bediene.

Den in Simbabwe herrschenden Dikatator Robert Mugabe überhäufte Malema dagegen mit Lobpreisungen und nannte ihn einen Visionär, obwohl dieser die Bevölkerung systematisch in Hunger und Elend treibt und regimekritische Presse zensiert.

Dazu kommen noch Probleme mit der Justiz, die momentan prüft, wie Malema sich bei einem Monatsgehalt von 2000 Euro innerhalb kürzester Zeit einen derartigen Reichtum anhäufen konnte, der für zwei Villen, eine Limousine, maßgeschneiderte Anzüge und Luxusuhren reicht, während er die schwarze Bevölkerung, von der etwa 50 % auch 16 Jahre nach dem Ende der Apartheid noch in Armut lebt, gegen die wohlhabenden Weißen aufhetzt.

Präsident Jacob Zuma hält trotz all dieser Fehltritte große Stücke auf Malema und sieht ihn ihm einen „zukünftigen Leader“. Einige feiern ihn sogar schon als zukünftigen Präsidenten Südafrikas. Zuma hat trotz aller Fehltritte immer zum Jugendführer des ANC gehalten. Doch jetzt, 2 Monate vor der Fußball Weltmeisterschaft, während der die ganze Welt auf Südafrika blickt, hat Zuma seinen Kampfhund erstmals zurückgerufen und ihn ungewöhnlich scharf kritisiert. Schließlich will auch Zuma nicht, dass die „beste WM aller Zeiten“ durch negative Schlagzeilen getrübt wird. Als politischer Repräsentant des ANC müsse sich auch Malema an die Regeln halten und nachdenken, bevor er Aussagen mache, „die das Gegenteil von dem erreichen könnten, was wir eigentlich wollen, nämlich eine Nation aufzubauen“, sagte Zuma. Zudem kündigte der Generalsekretär des ANC klärende Gespräche mit dem provozierenden Jungpolitiker an.

Malema wirft Reporter aus Pressekonferenz

Der „zukünftige Leader“ lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und denkt garnicht daran, sich anleinen zu lassen. So hat Malema gestern abermals für einen Eklat gesorgt und deutlich gemacht, wer er ist und was er von der Pressefreiheit hält, indem er einen BBC-Reporter kurzerhand aus einer Pressekonferenz in Johannesburg geworfen und ihn als einen „kleinen Jungen“, „Bastard“ und „verdammten Reporter“ mit dieser „ganz bestimmten weißen Tendenz“ beschimpft hat.

Julius Malema war in Wut ausgebrochen, als BBC-Reporter Jonah Fisher ihn im ANC Hauptquartier „Luthuli House“ in Johannesburg unterbrochen hatte.

Malema berichtete in der Pressekonferenz von seinem Besuch in Simbabwe, lobte abermals die Regierungspartei des Diktators Robert Mugabe und verhohnte die „Mickey Mouse“-Opposition. Es könne nicht angehen, dass Politiker der Bewegung für demokratischen Wandel, die vom simbabwischen Premierminister und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai angeführt wird, in klimatisierten Büroräumen in Sandton (einem reichen Vorort von Johannesburg) sitzen und von dort aus ihren Kampf gegen die Regierung in Simbabwe führten.

Der britische Reporter warf daraufhin die Bemerkung ein, dass Malema selbst auch in Sandton wohne.

Das war wohl zuviel für den Vorsitzenden der Jugendliga. Er stockte und antwortete empört: „Lassen Sie sich eins gesagt sein, wir sitzen hier in einem Gebäude einer Revolutionspartei und Sie wissen rein garnichts über diese Revolution.“

Der Reporter fragte unbekümmert weiter: „Sie sind also in Sandton willkommen, jene Politiker aber nicht?“

Malema daraufhin: „Entweder Sie benehmen sich oder sie fliegen.“

Woraufhin Fisher und andere in Lachen ausbrachen.

„Hört auf zu lachen“, fauchte Malema.

Fishers Kommentar, dass die Situation geradezu lächerlich sei, hatte einen Wutausbruch Malemas zur Folge:

„Wenn Sie sich nicht benehmen, werde ich Sie von einem Sicherheitsbeamten vor die Tür führen lassen. Dies ist kein Presseraum, dies ist ein revolutionäres Haus und ich erlaube es nicht, dass Sie mit dieser ganz bestimmten Tendenz hierher kommen.“

„Kommen sie nicht mit dieser weißen Tendenz hierher. Nicht hierhin. Das können Sie woanders tun. Nicht hier. Wenn Sie eine Tendenz dazu haben, die Autorität von uns Schwarzen zu untergraben, dann sind Sie hier falsch (…)“

Fisher antwortete: „Das ist Schwachsinn, ein absoluter Witz.“

Malema jedoch zürnte in Rage hinzu: „Sie können gehen. Ein Witz ist, was Sie in Ihrer Hose tragen (…) Sie sind ein kleiner Junge, sie können mir garnichts.“

Während der Reporter sein Mikrofon von dem Tisch vor Malema nahm und rauslief, sagte er: „Ich bin nicht hierher gekommen, um beleidigt zu werden.“

Malema schrie ihm hinterher: „Raus! Raus hier! Bastard! Sie verdammter Reporter!“

Auf die von einem anderen Journalisten gestellte Frage, warum der BBC-Journalist der Pressekonferenz verwiesen wurde, antwortete Malema: „Sie befinden sich hier im Luthuli House. Dies ist der Amtssitz einer Revolutionspartei, die die Menschen in Südafrika befreit hat. Dies ist kein Spielplatz. Wenn Sie hierherkommen, benehmen Sie sich so, wie es sich im Hause des Afrikanischen Nationalkongresses gehört. Wir befinden uns hier nicht in einer Trinkhalle.“

„Sie kommen nicht hierher um uns unzuschreien. Wenn wir sprechen, benehmen Sie sich gefälligst und nicht so wie in einer amerikansichen Pressekonferenz. Wir sind hier nicht in Amerika. Wir sind in Afrika. Also haben Sie sich auch entsprechend zu benehmen (…) Wenn Sie sich von dem Rauswurf angegriffen fühlen, steht es Ihnen frei zu gehen.“

Die Oppositionspartei Demokratische Allianz wirft Malema vor, einen neuen Rassenkonflikt zu provozieren. Dieser Vorfall beweise, dass Julius Malema „Südafrikas Mugabe“ sei. „Der Rausschmiss des Journalisten mache keinen Unterschied zu der Zensur der Presse und dem Ausschluss von ausländischen Reportern von Pressekonferenzen in Simbabwe.“

Bleibt zu hoffen, dass die Anhänger Malemas aufwachen und endlich merken, wie gefährlich er für die noch junge Republik ist.

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Michael April 9, 2010 um 09:51

Malema führt sich auf wie ein „Möchte Gern“ Göbbels

Lesben und Schwule werden umgebracht,

3.353 weiße Farmer umgebracht lt. „Die Burger“

und

die Welt schaut ebenso wie früher auf die Olypischen Spiele und …. tut nichts.

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Uschi April 9, 2010 um 14:58

Ich finde es auch absolut traurig, dass es in einem solch schoenen land wie suedafrika immernoch viel zu viele unaufgeklaerte leute gibt, die dann auch noch die wichtigsten fuehrungspositionen besetzen! das der jetzige praesident daran glaubt, aids wegduschen zu koennen und sein parteianhaenger malema den rassismus schuert, ist ein trauriges exempel dafuer, dass suedafrika noch lange nicht so fortschrittlich ist, wie man es auf den ersten blick vermutet. der gegenseitige hass zwischen schwarzen und weissen ist noch deutlich zu spueren und selbst 16 jahre nach ende der apartheit, sitzt der hass noch tief in den koepfen den menschen. ohne malema in irgendeiner art und weise verteidigen zu wollen, kann ich im grunde schon nachvollziehen, wie sehr sich die schwarzen noch immer unterdrueckt und benachteiligt fuehlen. trotzdem ist ein praesident oder parteivorsitzender absolut fehl am platz mit solchen gefuehlen und es wird zeit, dass suedafrika endlich in die demokratie gefuehrt wird, wie es mandela damals angedacht hat. man muss vergeben koennen um in die zukunft zu blicken und jegliche rassistischen anwandlungen sind absolut fehl am platz. ich hoffe, dass der gesunde menschenverstand am ende immer siegen wird und auch ungebildete udn ignorante menschen wie malema irgendwann das wirklich wichtige erkennen…naemlich das jeder mensch gleich ist, egal ob schwarz oder weiss!

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Biko2 April 11, 2010 um 10:26

Michael,
übertreiben Sie bitte nicht. Die Zahl der Weisen, die in Sud Afrika umgebracht wurden ist 1600 Menschen. Diese Zahl ist schon sehr schlimm…..es sollte sollte überhaupt gar kein Opfer geben. Aber solange manche Weisen in SA sich so scheiss verhalten, wird Menschen wie Malema geben. Terreblanche hat vergessen, dass die Sklaverai vorbei ist und er hat dafür bezahlt und wenn noch weitere so denken, werden sie auch so bezahlen. Die Sudafrikaner haben gezeigt, dass sie vernunftig sind indem sie alle Weisen nach dem Ende der Apartheid nicht umgebracht haben. Fairness ist alles. Nehmen sie bitte den Platz dieser schwarze Menschen in SA, wenn immer noch die Burren sagen, dass SA ihnen gehören. Die Weissen, die nicht mit Schwarzen zu tun haben wollen können zurrück nach Europa aber sie leben in Sud Afrika (AFRIKA) und wollen nicht mit den Schwarzen zu tun haben…..unverschämmtheit! Terreblanche hat noch glück gehabt, dass sein Korper nicht als Dünger auf die Felder zertreut wurde. Die Weisen habe solche Narbe in SA hinterlassen, dass es Jahrhunderte geben wird um sie zu vergessen. Ich habe sie nicht vergessen aber ich bin kein rassist, da meine Frau weiss ist.
Wir muss alle gleich gestellt sein…dann wird gar kein Problem in dieser Welt geben.
Mandela hat die ganze Welt gezeigt, dass wir friedlich mit den Weissen leben wollen und trozdem gibt es leute wie Terreblanche in SA.

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Luke Oktober 15, 2011 um 00:05

In den zwölf Jahren zwischen dem Ende der Apartheid 1994 und 2006 wurden Südafrikas Polizei zufolge mehr als 420.000 Menschen getötet und es gab mehr als 650.000 Vergewaltigungen.

Biko02 sollte sich besser informieren!

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Herrmann April 11, 2010 um 11:26

Analysiert man die Aussagen Malemas mit der Extremismus Kritik landet man schnell bei der Einsicht es hier mit einem Demagogen allererster Güte zu tun zu haben. Political correctness allein und eine positive Diskriminierung aus eiem postkolonialen Reflex heraus verstellen die Sicht auf das, was Malema eigentlich sagt.
Isolierung einer „priviligierten“ Minderheit, Absprechen einer rechstmäßigen Staatszugehörigkeit, Absprechen eines positiven Verhältnis zum Staat oder einer positiven ROlle für den Staat (Schmarotzer, Verräter), Ankündigung von Entziehung der wirtschaftlichen Basis (Enteignung, Nationalisierung), Expatriierung, romantische Verklärung totalitärer Vorbilder (Mugabe). Unscharfe Verwendung politischer Kategorien. Vermengung von nationalistischen mit sozialistischen Gedankenbildern.

Kommt einem sehr bekannt vor.

Ich sähe gerne die Diskussion darüber geführt, ob man es politisch verantworten kann in ein Land zu einer internationalen sportlichen Verantsaltung zu fahren, die der politischen Führung internationale Anerkennung zuteil werden lässt, die erlaubt, dass ein „Schreihals“ als Führer der Jugendorganisation des politischen Mainstream (2/3) ungestraft so etwas sagen darf – Auch das kommt einem bekannt vor.

Ich meine nein. Boykott!

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Gustav April 12, 2010 um 23:19

Ich war jetzt 2 Monate in Südafrika bei meiner Schwester. Hab versucht mir selbst ein Bild zu machen. Es gibt jetzt nach 16 Jahren schwarzer Herrschaft schon mehr wohlhabende Schwarze als wohlhabende Weiße in Südafrika. Die weiße Jugend hat nahezu keine Chance nach dem Studium einen guten Job in den vom Staat geführten großen Industrien zu bekommen. Daher wandern die meisten jungen weißen Südafrikaner aus. Es werden immer weniger Weiße und es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis wann sie nur mehr eine kleine Minderheit sein werden. Nur leider, gibt es neben denkenden und humanistischen Schwarzen, auch wie überall auf der Welt, Hetzer und Demagogen. Sie wollen auch jetzt noch, nach über 16 Jahren schwarzer Regierung, alle Schuld den Weißen ankreiden und zwar nur aus einem Grund um selbst zu Macht und Geld zu kommen.
In den zwölf Jahren zwischen dem Ende der Apartheid 1994 und 2006 wurden Südafrikas Polizei zufolge mehr als 420.000 Menschen getötet und es gab mehr als 650.000 Vergewaltigungen. Damit ist die Kriminalität extrem stark gestiegen und die Townships allen vorrann Soweto, sind nichts anderes als ein Nährboden für extreme Kriminalität und Rassenhaß gegenüber den Weißen.
Julius Malema strebt mit Sicherheit eine Diktatur an und will mit Hassparolen einen Bürgerkrieg anzetteln welcher Millionen Tote fordern würde. Es gibt in Südafrika offene Parolen, die nach dem Tod von Nelson Mandela zur Nacht der langen Messer aufrufen. Hier wird zum Mord an den Weißen in Südafrika aufgerufen. Unter anderem auch des öfteren von Julius Malema.
Julius Malema ist ein demagogisch agierender Politiker, den man mit Sicherheit einem jungen Adolf Hitler in seinem Machtrausch gleichsetzen kann.

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waldo alto Juni 21, 2011 um 20:05

DANKE; DEN IST NICHTS HINZUZUFÜGEN!!!

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