Lesotho – Eine Reise ins Bergkönigreich

by Andre on 21. September 2010

in Reiseberichte

lesotho-frauLesotho – das Bergkönigreich – im östlichen Südafrika, ist eine Alternative für diejenigen Afrikaliebhaber, welche sonst schon überall in dieser Region waren. Die höchsten Berge sind über 3.000 m, der tiefste Punkt im ganzen Land ist immer noch 1433 m über Meeresspiegel.

Die Anreise kann entweder über Kapstadt oder Johannesburg erfolgen. Von diesen beiden Flughäfen bucht man einen Inlandsflug nach Durban. Entweder mietet man sich dann am Durban – Flughafen einen Wagen oder der Reiseveranstalter holt einem direkt vom Flughafen ab.

Ich selbst bin mit meiner Familie mit einem Mietwagen von Joburg in ca. 3 Stunden 300 km nach Süden zu den ersten Ausläufern der Drakensberge gefahren. Ein Zwischenstopp dort in Clarens ist empfehlenswert, einem kleinen Künstlerdorf mit niedlichen Steinhäusern und diversen Galerien. Da die Stecke bis zum Sani – Pass doch sehr lang ist, empfiehlt sich eine Übernachtung z.B. im Golden Gate Highlands National Park oder im Royal Natal National Park. Außer in der Hauptsaison ist eine Vorabbuchung nicht notwendig.

Erstes Highlight dieser Rundreise war eine Wanderung im Royal Natal National Park. Die Wanderung zieht sich jedoch dahin und artet am Ende, nach ca. 3 Std., in richtiges Klettern aus. Als Belohnung sieht man dann jedoch den sechsthöchsten Wasserfall der Welt, welcher vom Amphitheatre, einer ca. 5 km lange Steilwand in Halbmondform mit ca. 600m senkrechten Felswänden fällt. Vorher muß man aber mehrmals den Tugela-Flusses durchwaten.

Wasserfall am Amphietheater

Wasserfall am Amphietheater

Ausgangspunkt aller Lesotho-Trips von Kwazu-Natal aus ist das kleine Städtchen Underberg, das wir mitten in der Nacht erreichten. Was wir am nächsten Morgen sahen, übertraf noch das bisher Gesehene. Ein gewaltiges Bergmassiv erstreckte sich vor unseren Augen – und dies wollten wir erklimmen. Der Zugang nach Lesotho ist auf wenige Straßen beschränkt, der mit Abstand beeindruckendste Weg ist die Einreise via Sani-Pass – unsere Route.

Gebucht hatten wir eine viertätige Rundreise mit Jeep und einem Reiseführer, welcher sich als richtig netter Kauz erwies. Nach Passieren des Grenzüberganges ging das Abenteuer Afrika dann richtig los. Der Sani – Pass ist eine Schotterpiste, welche sich in unzähligen Serpentinen nach oben schlängelt. Jede Kurve ermöglicht einem neue unvergessliche Sichten. Auf dem 3000 m hohen Plateau befindet sich dann das höchstgelegene Rasthaus Afrikas. Dies ist für die meisten Reisenden bereits Endstation, nach einem Cafe und weiteren Fotos geht es wieder zurück nach Südafrika.

Sani Pass

Der Sani Pass in den Drakensberger

Ein Merkmal dieses Landes ist das Fehlen jedweder Wälder und Großwildes. Der Raubbau in den vergangenen Jahrhundert war beträchtlich. Bewohnt wird das Land von den Basotho, einen freundlichen Menschenschlag. Komischerweise besteht deren Alltagskleidung aus einem Umhang, genau genommen nur einer Wolldecke, Unterhosen! , Gummistiefeln und einem Basthut. Wenn man es nicht gesehen hat, glaubt man es nicht.

Nun begann jedoch unsere eigentliche Rundreise durch den wilden Osten des Landes. Einen Fehler sollten hier Lesende jedoch nicht machen: die Gesamtstrecke laut Karte beträgt nur ca. 300 km, aufgrund der vielen Pässen und Schluchten war es in der Realität ein Vielfaches davon. Deswegen verbrachen wir einen Großteil der Zeit im Auto, etwas anstrengend. Ca. 2/3 der Strecke sind geteert, obwohl teilweise in erbärmlichen Zustand. Unsere Etappenorte waren Mokhothlong, Oxbow (Skiresort mit typischen Alpenhäusern!), Ts’ehlanyane, Katse Damm und Makunyapane. Ja, selbst im südlichen Afrika kann mal Ski fahren, wobei es hier mehr ein Hang mit 300 m Bahn ist. Auf dem Weg zur ersten Lodge überquerten wir mehrere über 3000m hohe Pässe, zwischenzeitlich ging es jedoch immer mal wieder Hunderte Meter abwärts. Erste Zwischenstation war Ts’ehlanyane, wo wir einen Ausritt zu Pferd in die umgebenden Berge absolvierten. Genau genommen handelt es sich um Basotho-Ponies, was in meinen Fall bedeutete, dass ohne Steigbügel meine Füsse am Boden schleiften.

Am nächsten Tag hatten wir das Glück, eine Prozession Jugendlicher mit entsprechender Bemalung + Kleidung auf dem Weg in die Berge zu sehen, wo sie sich einem Initiationsritus ( Übergang vom Kind zum Mann ) unterzogen. So was bekommt man sonst nur noch in der tiefsten Transkei zu sehen.

Initiation in Lesotho

Initiationsritus in Lesotho

Nächster Halt war am Katsedamm, die Trinkwasserversorgung von Joburg. Dort wurde uns eine Privatführung auf der Dammkrone (180 m hoch) und im Inneren gegeben. Das Wasser der Talsperre ist die Haupteinnahmequelle des Landes. Übernachten konnten wir in der Siedlung der Angestellten des Kraftwerkbetreibers.

Die verbleibende Zeit konnte mehrmals in verschiedenen Parks angehalten werden, um die rauhe Schönheit dieser Landschaft zu genießen. Letzte Nacht schliefen wir in einer für lokale Verhältnisse komfortablen Unterkunft, der Molumong Lodge, für europäische Verhältnisse trotzdem grenzwertig. Als Tagesausklang spazierten wir etwas durch das Dorf und versuchten uns am lokalen Bier, dem mit Abstand ekligsten Gesöff, was ich bisher ausprobierte. In der Nacht brach über uns ein heftiges Unwetter herüber, welches schon einige Kategorien härter als in Europa war.

Einheimische in Lesotho

Einheimische in Lesotho

4 Tage vergingen sehr schnell, die Eindrücke bleiben jedoch für immer im Gedächtnis. Lesotho ist das absolute Kontrastprogramm zum westlichen Südafrika, man fühlt sich noch an in das Afrika von anno dazu mal versetzt. Die Kosten beliefen sich pro Person und Nacht auf etwas 130 €.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Reportage vom Betreiber des Blogs http://www.kapstadt-entdecken.de. Dort finden Sie neben Reiseberichten und vielen Fotos alle notwendigen Infos, welche Sie für die Planung Ihres Südafrika-Besuchs benötigen.

Das Team von suedafrika-news.de dankt Andre für diesen interessanten Reisebericht!

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John Oktober 1, 2010 um 15:15

Ich war schon in Süd Afrika auf den Urlaub. Es war wirklich empflehlenswert. Das Klettern kann ich mir nicht vorstellen. Das finde ich zu gefährlich.

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Thomas November 4, 2010 um 16:30

Gelesen haben wir shon eine Menge über Lesotho. Im nächsten Jahr fahren wir nun endlich hin. Seit 1,5 Jahren planen wir diese Reise und sind schon sehr gespannt.

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