Neues aus Kapstadt

by Klaus on 25. Januar 2009

in Mein Auslandstagebuch

Neues aus KapstadtLange ist es her, dass ich meinen letzten Eintrag hier geschrieben habe, der über mein Leben in Südafrika berichtet. Das will ich jetzt endlich nachholen weshalb dieser Eintrag auch etwas länger wird. Aber lest selbst, wie ich das Ende des Jahres 2008 erlebte und was im neuen Jahr passierte:


Weihnachten in Kapstadt

Weihnachten haben wir mal ganz unkonventionell verbracht. Der eine Teil unseres Hauses wollte die Traditionen beibehalten, Ente essen und später in die Kirche. Antje und ich haben uns dagegen aber gesträubt und wollten Weihnachten mal komplett untypisch verbringen. So haben wir uns baie lekker Braaizeugs eingekauft, ein paar Salate gemacht und dann auf unserer Terasse gegrillt. Wann ist das schonmal möglich an Weihnachten?! Eben! Die anderen haben währenddessen ihre Ente verspeist – mit Rotkohl und Klößen – und sind dann später noch in die Mitternachtsmesse gegangen. Wir haben uns dagegen auf den Weg zu Freunden gemacht, wo wir noch etwas gemütlich in der Runde saßen und sind später noch auf die Longstreet zum Feiern gegangen. Die nächsten Feiertage haben wir hauptsächlich am Strand verbracht und waren in Gedanken bei unseren Freunden und Familien im kalten Deutschland…

Ende meines Praktikums

Am 31. Dezember hatte ich meinen letzten Arbeitstag bei CapeCoders. Damit geht mein 22 wöchiges Praktikum in Kapstadt zu Ende. Ich blicke auf 5 Monate meist spannende und interessante Arbeit zurück. Die Zeit ist wirklich gerannt. Ich möchte an dieser Stelle nochmal allen meinen Kollegen – besonders Claus – für die Möglichkeit danken in dieser genialen Stadt in angenehmer Atmosphäre und mit netten Kollegen arbeiten zu dürfen. Letzte Woche wurde ich dann auch nochmal zu unserer nachgezogenen Christmas-Function eingeladen. In Fish Hoek trafen wir uns zum Braai und lustigen Spielchen. 5 Teams kämpften um Ehre und Sieg. Wetttrinken, Sackhüpfen, Eierlauf, Zwiebeltransport, Musik- und Wissensquiz, Reise nach Jerusalem und andere Spiele waren die Aufgaben der Teamstaffel. Die Stimmung war super und wir hatten eine Menge Spaß.

Silvester in Kapstadt

Unsere Silvesterparty war einfach genial. Wir haben uns erst am 31. Dezember entschieden, was wir eigentlich machen wollen. Es standen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl. Letztendlich haben wir uns aber dazu entschlossen bei uns erst zu braaien und später dann in die Stadt zu ziehen. Silvester bei 30°C, auch mal ein ganz neues Feeling. Um 8 trudelten langsam die ersten Gäste ein und das Haus füllte sich bis später 40 Leute die Bude rockten. Wir hatten eine Menge Spaß und haben Silvester fast verpasst, weil es hier nur ein zentrales Feuerwerk gibt, von dem wir nichts mitbekommen haben. Das hat der Stimmung aber keinen Abbruch getan. Später sind wir dann in die Stadt gezogen. Auf dem Parkplatz vor dem Fashion TV fand eine große Outdoor-Party statt. Gäste, die gerade am Gehen waren, fragten wir nach ihren Bändchen, so war der recht teure Eintritt auch schonmal finanziert. Die Party ging dann weiter, bis das Areal geschlossen wurde. Bin dann mit nem Kumpel zur Afterparty in meiner alten Wohnung. Als die Sonne aufging hatten wir die spontane Schnappsidee auf den Tafelberg zu kraxeln. Haben uns also mit Sack und Pack auf den beschwerlichen Weg gemacht. Da die Cablecar-Seilbahn noch nicht fuhr, mussten wir mit dem steilen Wanderweg vorlieb nehmen. Nach 3h kamen wir oben an und so standen wir am 1. Januar um 9 Uhr morgens im T-Shirt in 1087m Höhe, blickten auf den Atlantik und die City Bowl und beobachteten wie die Stadt langsam zum Leben erwachte oder besser gesagt sich die letzten Feierwütigen ins Bett begaben. Nun standen wir vor der Entscheidung ob wir im Gipfelrestaurant noch ein gemütliches Neujahrsbier trinken oder lieber mit dem letzten Geld mit der Seilbahn wieder runterfahren. Wir entschieden uns für das Bier. Um etwa 12 Uhr haben wir uns dann an den Abstieg gemacht, die lange Route über Kirstenbosch genommen, und dann von dort aus mit dem Taxi zurück nach Hause. Was ein Silvesterabend/-tag… Um 16 Uhr war ich dann endlich zu Hause und wir haben später den Abend gemütlich mit ein paar Filmen ausklingen lassen.

Urlaub in Kapstadt

Ab nun hatte ich also frei. Was macht man den ganzen Tag in Kapstadt, wenn man nicht mehr arbeiten muss? Was wohl?! Surfen und am Strand rumliegen… Gerade in Anbetracht der Minusrekorde in Deutschland hab ich das so richtig genossen. Leider hatte ich mir Anfang Januar trotz der Temperaturen eine Erkältung eingefangen, weshalb ich dann doch öfters abends mal zu Hause geblieben bin. Aber trotz der Ferien war ich nich ganz untätig, sondern habe fleißig an meinen diversen Webseiten gebastelt, die Rundreise im Februar durch Namibia und Südafrika geplant und ein paar Dinge für die Uni erledigt. Am 8. Januar habe ich dann Judith aka Wolfi abgeholt, die hier mal wieder einen Monat Urlaub macht und mit der ich seit ihrer Ankunft auf Achse bin, weil die anderen alle noch arbeiten müssen.

Da Urs und Lisa, zwei meiner Mitbewohner, einen Grund zum Feiern (Lisas Geburtstag) bzw. Trauern (Letztes Wochenende in Kapstadt) hatten, stieg am 9. Januar eine große Party in unserem Haus. Mit zahlreichen Gästen feierten wir eine wilde Party, die wir dann auf der Longstreet bis in die frühen Morgenstünden ausweiteten. Wie immer eine gelungene Feier.

Die nächsten Tage enstpannten wir uns am Meer in Clifton und Llandudno. Das erste Mal seit meiner Ankunft konnte man an diesem Wochenende richtig lange im Atlantik baden und in den Wellen rumtollen, wo man sich normalerweise aufgrund des antarktischen Benguela-Stroms nicht mal mit den Füßen ins Wasser traut.

Viele unserer Abende verbrachten wir in letzter Zeit mit Pokern um die Finanzen etwas aufzubessern. Hat nicht immer geklappt, aber immerhin hab ich bisher keine Verluste gemacht. Und der Spaß beim Pokern kommt ja auch nicht zu kurz.

Letzten Sonntag Abend waren wir im Kirstenbosch Botanical Garden, wo im Sommer jeden Sonntag Konzerte stattfinden und die Gäste auf der Wiese im Stehen, Sitzen oder Liegen den verschiedenen Bands zuhören, dabei Picknicken und ein paar Sundowner trinken. Letztes Wochenende hat sich unsere WG außerdem mal tagsüber in den botanischen Garten gesetzt, der übrigens als einer der schönsten in ganz Afrika zählt und dort einen wirklich schönen Tag verbracht. Haben gepicknickt, uns gesonnt, Karten gespielt und total viel Spaß gehabt, wie ihr auf den Bildern erahnen könnt. Abends haben wir uns den Sonnenuntergang am unvergleichbaren Bloubergstrand angeguckt, von dem aus man einen einzigartigen Blick auf den Tafelberg und Lions Head hat. Von hier aus haben wir auch dichte Rauchwolken gesehen, die nur knapp neben unserem Haus in den Himmel stiegen. Ein Hubschrauber mit Wassersack hat das Feuer jedoch recht schnell in den Griff bekommen. In letzter Zeit sehe ich überhaupt täglich irgendwo in den Büschen und Townships Flammen und dichte Rauschwaden aufsteigen, da es nun seit mehr als einem Monat nicht mehr richtig geregnet hat und die Sonne ständig runterknallt. Meistens passiert jedoch nichts, da die Brände hauptsächlich im Gras- und Buschland ausbrechen.

Hab ja neulich schon von meinem Glück mit meinen Autos berichtet. Und das Glück ist weiterhin nicht auf meiner Seite. Innerhalb der letzten Woche hatte ich 3 Reifenpannen. Der erste Reifen ging kaputt, weil ein Eisenteil auf der Straße rumlag. Der Ersatzreifen den wir dann aufgezogen haben, ist am nächsten Tag auf der Autobahn geplatzt, als wir auf dem Weg zur Autovermietung nach Stellenbosch waren. Und erst gestern hatten wir einen platten Reifen, weil sich eine Schraube in den Reifen gebohrt hatte, die auf der Straße rumgelegen haben muss. Hier wirds einem wirklich nie langweilig und ich hoffe ich krieg bald mein Flatmaster-Zertifikat…

Letzte Infos

Ich habe meinen Rückflug vom 28. Februar auf den 31. März umbuchen lassen. Eine Freundin arbeitet bei Lufthansa und konnte so die Umbuchung kostengünstig für mich durchführen. Da hab ich nich lange gezögert und mich dazu entschieden, noch einen Monat länger in Kapstadt zu bleiben, da ich ohnehin erst wieder im Juni Prüfungen habe und keine Vorlesungen mehr besuchen muss. Den Sommer nehm ich noch mit und hoffe, dass bis dahin die Temperaturen in Deutschland endlich wieder angenehmer sind. Es ist gut, Freunde bei der Lufthansa zu haben, besonders wenn man vom günstigen Buddy-Preis profitieren kann und für nur 10 % des Endpreises in der Weltgeschichte rumtingeln kann :)

Am Montag landet Marc, mein alter Mitbewohner in Kapstadt; am Mittwoch Uli, mein Bruder. Ich freu mich wirklich riesig auf die Zeit mit ihnen und auf die Rundreise durch Namibia und Südafrika. Bin gespannt, ob ihnen dieses Land genauso gefällt wie mir und ob sie jemals wieder zurückwollen…

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KU64-Team Januar 28, 2009 um 17:40

Hey,
vielleicht interessiert Deine Leser unsere Südafrika-Aktion. Hier sind einige Infos in Form eines Blogs:
http://ku64-goes-suedafrika.blogspot.com/

Grüße aus Berlin

Das KU64-Team

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