Schulalltag im Township von Kapstadt

by Gast on 24. Mai 2012

in Hilfsprojekte

township kinderAn dieser Stelle möchte ich Maria zu Wort kommen lassen, die Spenden für ein Hilfsprojekt sammelt, das ich hiermit gerne unterstütze

Seit 2009 beschäftigt mich das Thema Schule in den Townships von Kapstadt. Durch meine Freundin Roseline, die als Kindergartenleiterin und freiwillige Sozialarbeiterin seit 20 Jahren in Mandalay (einem Township Nahe des Kapstädter Flughafens) Kinder und Jugendliche betreut, bin ich auf die harten Umstände an den Schulen in Mandalay, Mitchells Plain und Umgebung aufmerksam geworden.

Am Anfang hörten sich ihre Erzählungen über das Schulwesen am Kap wie unglaubwürdige Geschichten an, bis ich selbst mit einigen Lehrern, Eltern, Schülern und Rektoren sprach.

Klassenstärken von 50 Kindern, demolierte Fensterscheiben und Türen, Drogengangs und Teenage-Schwangerschaften begleiten Kinder und Jugendliche durch ihren Schulalltag in den Armenvierteln.

Man berichtete mir von Kindern denen es nicht erlaubt war Schulbücher mit nach Hause zu nehmen. Geschweige denn sie sich auszuleihen um in den Ferien zu lernen oder zu üben. Kinder deren Eltern die jährlichen Schulgebühren nicht bezahlt hatten, wurden in der Schule öffentlich ausgegrenzt. Sie durften nicht an Schulausflügen und Veranstaltungen teilnehmen, Zeugnisse wurden einbehalten oder die Schüler wurden völlig vom Unterricht suspendiert. Ich spreche hier von einem Schuljahresbeitrag von 30 EUR für die Grundschule oder 70 EUR für die High School.

Das so hochgelobte freie Schulessen gab es an vielen Schulen gar nicht, da die Direktoren der Meinung waren, dass es viel zu viel Papierkramm sei, sich für kostenloses Brot und Erdnußbutter (diese beiden Lebensmittel werden frei zur Verfügung gestellt vom Staat) zu bewerben. Andere Rektoren verkauften Lebensmittel, die ihnen von Supermärkten wie Woolworths gespendet wurden, um ihr eigenes Taschengeld aufzubessern. Dies hatte zur Folge dass mir Lehrerinnen berichteten, dass viele Kinder mittags schon so erschöpft vor Hunger waren, dass sie auf der Schulbank einschliefen.

Diese Berichte erschütterten mich sehr und ließen mir keine Ruhe. Seitdem arbeite ich an meinem Projekt „No more excuses“ – sprich keine Ausreden mehr – warum Kinder nicht zur Schule gehen können oder wieso ihnen das Leben unnötig schwer gemacht wird, weil ihre Eltern nicht genug Geld haben. 2009 hatten wir die Chance für 25 Kinder die Schulgebühren zu bezahlen.

Wir bildeten Lerngruppen und stellten einen Raum zur Verfügung, so dass alle sich dort treffen konnten um in den Ferien gemeinsam zu lernen. Dies hatte den positiven Effekt, das sich einige Kinder extrem verbessern konnten und endlich motiviert waren bessere Noten zu schreiben.

Desweiteren organisierte ich einen Ausflug zur „Youth in Construction“ Expo im April 2009, wo Berufe und verschiedene Bildungswege vorgestellt wurden. Viele Kids waren total überrascht, zwischen wievielen verschiedenen Berufen man wählen kann. Ihnen waren bis dahin nur 2 Berufe für Frauen bekannt – Putzfrau oder Krankenschwester. Im April 2010 bekamen wir Freitickets für das Kapstädter Aquarium, was für viele der 1. Ausflug ihres Lebens war.

Um weiter kleine Veränderungen in kleinen Kapstädtern zu bewirken, brauche ich eure Unterstützung. Wenn ihr euch angesprochen fühlt und helfen wollt, könnt ihr das hier tun: betterplace.org

Bitte helft diesen Kindern ein sorgenfreiers Leben zu bereiten.

Danke fürs Lesen,
Maria

Anbei noch ein Bild von den Schulkindern sowie zwei Dankesbriefe von Townshipkindern, denen durch die Spenden ein Schuljahr ermöglicht werden konnte. (Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken)

schule township

Brief Township Kind 02

Brief Township Kind 01

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