Studenten verwüsten Campus in Kapstadt

by Klaus on 4. August 2009

in Südafrika News

Mehrere hundert protestierende Studenten sind gestern gewaltsam in das Verwaltungsgebäude der Cape Peninsula Universität of Technology (CPUT) eingedrungen indem sie Fenster und Türen eingeschlagen haben.

In den Innenräumen haben sie Mülleimer umgeschmissen und Plakate von den Wänden gerissen.

Insgesamt haben im Verwaltungsgebäude etwa 500 Studenten singend und randalierend ihr Unwesen getrieben.

Bereits zuvor waren sie in Klassenräume eingedrungen und hatten Vorlesungen und Übungen gestört. Eine Studentin beschrieb die Stimmung als „sehr aggressiv“. Freunde hätten sie gewarnt, dass einige der protestierenden Studenten Messer dabei hätten.

Die Proteste richten sich gegen die geplante Erhöhung der Studiengebühren ab 2010.

Auch am Campus Bellville kam es zu Störungen durch protestierende Studenten. Etwa 300 Studenten versammelten sich vor dem Hauptverwaltungsgebäude und hinderten ihre Kommilitonen daran, neue Bücher und Lernmaterialien für das nächste Semester abzuholen.

Sicherheitskräfte griffen gestern jedoch nicht ein.

3 Monate zuvor kam es auf dem Bellville Campus zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Studenten und der Polizei nachdem auf dem City-Campus heftige Proteste ausgebrochen waren.

Am 6. Mai hatten sich etwa 1000 Studenten vor dem Verwaltungsgebäude in Bellville versammelt und forderten Antworten vom CPUT Vizepräsident Vuyisa Mazwi-Tanga wegen der hohen Studiengebühren und schlechter Ausstattungen und Einrichtungen der Hochschulgebäude.

Unzufrieden mit den Antworten kam es in der Modderdam Road zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Studenten wurden von Polizeiautos zurückgedrängt. Einige Protestler reagierten darauf mit Steinwürfen, woraufhin die Polizei mit Gummigeschossen und Blendgranaten antworteten.

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Mr. Charter August 13, 2009 um 14:30

Hallo und guten Tag,

die südafrikanischen Studenten haben wohl nicht nachgedacht, als Sie gewaltsam den Campus und die umliegenden Bürogebäude verwüsteten und zerstörten. In Deutschland gab es schon zahlreiche Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Erhöhung von Studiengebühren, doch nie ist man radikal vorgegangen, da man hierzulande weiß, dass Gewalt nur Gegengewalt hervorruft.
Die Studenten in Südafrika hätten Sitzblockaden errichten können oder zu Protestmärschen aufrufen sollen, doch jetzt liegt es nahe, mit den höheren Studiengebühren die anfallenden Reparaturen zu finanzieren. Die 500 Studenten haben sich bei den anderen 20000 Studenten sicherlich keine Freunde gemacht. Ich denke, dass die Geschichte noch nicht vorbei ist.
Man sollte sich jedoch für die Zukunft überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist Gewalt anzuwenden, in einem Land, welches jahrelang von einem Gewaltregime geführt wurde.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es vielen Leuten keine Freude bereitet, wenn man nicht aus der Vergangenheit lernt bzw. lernen will.
Jedem Menschen sollte klar sein, dass diese Form der Durchsetzung zum Scheitern verurteilt ist.
Ich hoffe, dass die Vernunft zu den Leuten zurückkehrt und man eine friedvolle Lösung findet.

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