WM 2010: FIFA verbietet Public Viewing

by WM 2010 Freak on 22. April 2010

in WM 2010

public-viewing-wm-2010Die FIFA hat der Berliner Inhaberin des Bundespresse-Strandes, Johanna Ismayr, das Zeigen von Spielen während der WM 2010 mit der Begründung, dass es in Berlin schon ein FIFA-Fan-Fest gebe, verboten.

Die Berliner Veranstalterin will sich mit dem Verbot jedoch nicht so einfach zufrieden geben und hat angekündigt auch ohne die offizielle Lizenz der FIFA WM-Spiele zeigen zu wollen. Ismayr will das Recht dafür notfalls vor Gericht einklagen: „Es kann doch nicht sein, dass ein Fußballverband sagt, du darfst den Fernseher in der Öffentlichkeit anschalten und du nicht. Ich will nun die Probe aufs Exempel.“ Ihr Anwalt Fabian Reinholz fügt hinzu: „Das Recht, jemandem das eintrittfreie öffentliche Fußballgucken zu verbieten, hat niemand in Deutschland.“

Der Weltfußballverband bleibt jedoch standhaft und ist der Überzeugung, dass die nach Schweizer Recht aufgestellten Regeln für Public Viewings auch im Einklang mit deutschem Recht seien. Daher werde die FIFA nötigenfalls auch mit rechtlichen Schritten gegen Zuwiderhandlungen vorgehen.

Nun haben wohl die Gerichte darüber zu entscheiden, wer im Recht ist und ob das kollektive Fußballgucken ein Allgemeingut ist oder das Recht, darüber zu entscheiden, wo WM-Spiele gezeigt werden, der FIFA vorbehalten ist.

Was meint ihr, hat die FIFA einfach so das Recht, öffentliches Public Viewing zu untersagen? Vor 2006 gab es den Begriff Public Viewing noch garnicht und niemand hat sich daran gestört, wenn während der WM öffentlich Fußball gezeigt wurde, solange dafür kein Eintritt erhoben wurde. Den neuen FIFA Regeln entsprechend ist jedoch schon dann von Public Viewing zu sprechen, wenn die WM-Spiele außerhalb der privaten 4 Wände gezeigt werden, wie etwa im Büro, in Kinos oder in Bars. Jetzt auf einmal darf die FIFA also darüber entscheiden, wo wir die Spiele verfolgen: nämlich dort, wo die FIFA-Sponsoren teures Geld dafür zahlen, dass sie ihr Bier ausschenken und ihre Werbung präsentieren dürfen…

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Nils April 25, 2010 um 11:19

Ich finde, hier sieht man mal wieder, wie viel macht die FIFA hat – das ist einfach zu viel. GEMA, GEZ und jetzt FIFA sage ich nur. Und der DFB ist nicht besser, wenn man sich anschaut, was die mit versch, Fanseiten im Internet machen. Da wird abgemahnt auf Teufel komm raus…
Die FIFA machts nicht besser, kassiert die Mrd. und der Staat Südafrika muss sich mit den immer billiger werdenden Tickets vergnügnen…

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Timo April 28, 2010 um 19:02

Ich finde es gut, dass Frau Ismayr sich das nicht gefallen lässt und versucht, dagegen vorzugehen. Ob sie damit Erfolg hat, bleibt abzuwarten, aber es geht meiner Meinung nach nunmal nicht, aus lauter Geldgier die Lizenzen auszustellen. Ich mein, Berlin ist doch eine große Stadt, da kann es doch locker 2 oder auch mehr Public Viewing Veranstaltungen geben, ohne dass diese sich gegenseitig Besucher wegnehmen würden.

Wenn ich zum Public Viewing gehe, will ich nicht erst durch die ganze Stadt fahren müssen, weil es nur eine Veranstaltung gibt.

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vuvuzuela Juni 12, 2010 um 23:58

bitte schickt die Arzt – Rechnungen über die Höhrschäden auch an die Fifa – Bitte Bitte

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