Zurück in Südafrika

by Klaus on 1. März 2010

in Mein Auslandstagebuch

back in south africaSeit 3 Wochen bin ich nun wieder in Südafrika und melde mich jetzt endlich mal mit einem Statusbericht. Nach dem Diplom-Kolloquium konnte ich es kaum erwarten endlich aus Deutschland abzuhauen und damit mein Studium hinter mir zu lassen.

Vielen Dank nochmal an Frau Prof. Dr. G Punkt, der ich als Korreferentin meiner Diplomarbeit erstmal die Grundlagen des Online-Marketings erklären musste, damit sie den Inhalt der Arbeit überhaupt versteht und die trotz ihres Sachunverstandes meinte, meine Arbeit negativ bewerten zu müssen. Naja, abgehakt. Diejenigen die etwas Ahnung von der Materie haben, wissen es besser und nen Job hab ich ja ohnehin schon :p

Die letzte Woche habe ich dann in Stuttgart verbracht, mein Zimmer ausgemistet, gepackt, mich mit meiner Steuererklärung rumgeärgert, letzte Dinge für Südafrika erledigt und den letzten Abend schließlich mit einigen Freunden verbracht. Es war wirklich ein total schöner letzter Abend und wir haben bis in die Morgenstunden gefeiert. Vielen Dank dafür und natürlich auch für das tolle Geschenk, das mich immer an die geniale Zeit mit euch in Deutschland erinnern wird!

Ohne wirklich geschlafen zu haben, hat mich dann mein Vater und meine Schwester zum Flughafen in München gefahren. Die 33,6 kg Gepäck wurden dieses Mal ohne Beanstandungen eingecheckt, sodass ich mich nicht wieder ins Michelin-Männchen verwandeln musste und entspannt auf den Abflug warten konnte. Aufregung stieg dieses Mal eigentlich kaum auf, schließlich wusste ich ja, was mich erwartete. Natürlich war ich etwas traurig, meine Freunde, Familie und mein Leben in Deutschland hinter mir zu lassen, jedoch stand dem gegenüber die Freude wieder nach Südafrika und zu anderen lieb gewonnenen Menschen zurückzukehren.

Obwohl ich die Nacht zuvor durchgemacht und -gefeiert hatte, konnte ich aufgrund des begrenzten Platzes im Flieger kaum schlafen. Das Unterhaltungsprogramm war auch eher bescheiden, so dass ich es kaum erwarten konnte, endlich zu landen. Pünktlich um viertel nach 5 Uhr morgens bin ich dann in Kapstadt gelandet. Während es in meiner letzten Nacht in Stuttgart noch geschneit hatte, hatte es zu diesem Zeitpunkt in Kapstadt schon 20°C. Die Temperatur stieg im Laufe des Tages jedoch noch auf über 33°C an, so dass ich mir auch gleich nen schönen Sonnenbrand geholt habe.

Mein Bruder Uli und meine Freundin Judith kamen eine Stunde später auch endlich am Flughafen an. Uli hat uns dann mitten in der Innenstadt in der Nähe des alten Bahnhofes abgesetzt. Hier wohne ich also die nächsten Jahre. Zentral liegt sie schonmal unsere Wohnung und befindet sich im Mutual Heights-Gebäude, das 1940 im Art Déco-Stil erbaut wurde. Der mit schwarzem Marmor ausgestattete Eingangsbereich des Gebäudes wirkt schonmal sehr imposant. Ein freundlicher Security Guard hat mich willkommen geheißen, bevor es mit dem Aufzug in den siebten Stock ging. Insgesamt ist das Mutual Hights Building 91,4 Meter hoch, zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung war es damit das höchste Gebäude in ganz Afrika (mal abgesehen von den Pyramiden in Kairo). Über den Eingangsbereich erreicht man auch die alte Bankhalle, die erst letzte Woche Drehort für den Kinofilm „Death Race – Frankenstein lives“ war. In der Bankhalle wurde ein Bankraub und ein Mord an einem Polizisten simuliert. Und auf der Straße vor dem Gebäude flogen anschließend durch mehrere Explosionen die Polizeiautos durch die Luft. Wer also wissen will, wo und wie wir leben, sollte nächstes Jahr ins Kino gehen oder sich durch die Modemagazine blättern. Denn in dem Gebäude finden auch immer mal wieder Modelshootings statt.

Die Wohnung selber ist auch sehr schön und komplett möbliert. Eine offene Küche trennt das Badezimmer vom Wohnbereich ab. Die hohen Fenster eröffnen den Blick auf Kapstadts Innenstadt. Über eine Treppe geht es hoch zum offenen Schlafzimmer und Arbeitsbereich. Aber das Beste ist wohl der große Pool und Entspannungsbereich, den wir schon des Öfteren in Anspruch genommen haben. Direkt daneben kann man sich im Fitnessraum plagen. Bisher blieb es aber nur bei den guten Vorsätzen… 😉

Kurz nach meiner Ankunft ist Freddy, eine Freundin von Judith in Kapstadt gelandet. Da wir noch kein Auto haben, haben wir uns von Uli seine alten Golf ausgeliehen. Hat auch alles wunderbar geklappt, bis es plötzlich während der Rückfahrt auf der Autobahn komisch gerochen hat. Das Auto hat gestottert, die Tankanzeige war auch Null, weshalb wir natürlich davon ausgingen, dass das Benzin zuneige geht. Doch woher kam dann dieser Gestank?! Wir haben es gerade noch so von der Autobahn geschafft zur nächsten Tankstelle. Doch nachdem wir das Auto betankt hatten, wollte es nicht mehr anspringen. Die freundlichen Männer von der Tanke haben uns dann beim Anschieben geholfen, so dass wir mit einem Push-Start wieder weiterkamen. Jedoch nur bis zur nächsten Ampel. Dort ist das Auto wieder abgesoffen, wir provozierten ein Hupkonzert und ein netter Südafrikaner hat uns dann geholfen, das Auto zur nächsten Tanke zu schieben, die sich glücklicherweise ein paar hundert Meter weiter befand. Ein Blick des Technikers in den Motorraum ergab dann, dass das Starterkabel durchgebrannt war, was bei den alten Golfs wohl häufiger passiert. Die nächsten Tage hab ich also hauptsächlich damit verbracht, mich um die Reparatur des Autos zu kümmern, da Judith und Uli arbeiten musste und das Auto ja irgendwie wieder in Schuss gebracht werden musste. Netterweise hat mir Randolf mit seinem Offroader beim Abschleppen geholfen. Ganz schön abenteuerlich, aber es hat dann doch alles geklappt. Nun hab ich von Autos jedoch erstmal die Schnauze voll. Muss mir zwar auch ein eigenes kaufen, da man hier ohne fahrbaren Untersatz nicht wirklich weit kommt, aber da wir so zentral wohnen, sind wir zumindest nicht sofort auf ein Auto angewiesen und können uns bei der Auswahl Zeit lassen.

Mit Freddy haben wir dann auch in den ersten zwei Wochen das übliche Touriprogramm abgehakt: Strand, Sightseeing, Kap der guten Hoffnung, Weintour, Waterfront, Townshiptour usw. usf.

So viel hat sich in Kapstadt ansonsten garnicht verändert. Das WM-Stadion ist mittlerweile fertig gestellt und auch sonst merkt man deutlich, dass in weniger als 100 Tagen die ganze Welt auf Südafrika gucken wird, denn überall werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Das merkt man leider auch an den Preisen, denn Taxifahrer, Restaurants und Hotels haben schonmal kräftig an der Preisschraube gedreht. Aber die Situation wird sich nach der WM 2010 dann hoffentlich wieder entspannen. Ich freu mich jedenfalls jetzt schon auf die zwei WM-Spiele, für die Judith und ich Karten bekommen haben. Am 11. Juni werden wir Uruguay unterstützen, wenn das südamerikanische Land auf Frankreich trifft und am 14. Juni die Paraguayer, die hoffentlich die Italiener vom Platz fegen 😉

Ein paar alte Freunde aus meiner Praktikantenzeit habe ich bisher auch schon getroffen, z.B. die zwei Holländer Chris und Niels, die gleichzeitig mit mir wieder in Kapstadt angekommen sind und hier unten ihr letztes Praktikum während der Studiumszeit absolvieren. Und dann gibt es natürlich auch sehr viele neue Gesichter, die ich schon kennen lernen durfte. Dazu gehören vor allem die ganzen neuen Studenten von Magister, mit denen wir immer mal wieder lustige Abende in den Clubs und Bars oder Nachmittage am Strand verbringen. Und natürlich darf auch ein gediegenes und gemütliches Braai in Südafrika nicht fehlen.

Seit letzten Montag sitze ich nun auch in meinem alten/neuen Büro bei Intergate Immigration bzw. CapeCoders. Die Kollegen haben mich sehr nett empfangen und ich freue mich wirklich auf meine neue Arbeit und die Herausforderungen, die auf mich zukommen werden. Langweilig wird es jedenfalls nicht so schnell. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

{ 8 comments… read them below or add one }

Alex März 2, 2010 um 11:29

Na, der Start klingt doch gut :)! Dann mal weiterhin viel Erfolg… Ahso, Cora und ich werden wohl auch demnächst umziehen, dann zeig ich dir auch mal Fotos von unserer neuen Wohnung :)

Antworten

Klaus März 2, 2010 um 11:34

Hi Alex,
da bin ich ja mal gespannt. Bleibt ihr in Vaihingen?

Antworten

Alex März 2, 2010 um 11:36

Jein…. Wir bleiben in direkter Nähe :)! Wir ziehen in die Wohnung über der Apotheke in Rohr ein. Sind da über die Isabell Wünsch drangekommen. Geräumige 2-Zimmer mit Südbalkon, wurd Zeit dass wir uns auch „vergrößern“ :). Ab dem 1. April ists dann voraussichtlich soweit!

Antworten

Klaus März 4, 2010 um 13:08

Cool! Da bin ich mal gespannt und werd dann auf jeden Fall mal vorbei gucken, wenn ich wieder im Lande bin!

Antworten

Niels März 4, 2010 um 14:57

PowerKlaus!!

It was very nice to catch up with you guys! Good to see you again. Let the good times roll,…

See you in the weekend,…

Cheers,

Niels

Antworten

Karina März 10, 2010 um 17:54

Lieber Uli,

habe interessiert Deine Beiträge gelesen! Nicht böse sein, aber ich wollte Dich etwas fragen: kennst Du zufällig eine/n Deutschen, der jetzt speziell zur Zeit der WM nach Südafrika kommt, um da zu arbeiten? Ich würde sehr gerne eine Dokumentation darüber machen. Könnte auch jemand sein, der vor kurzem dahingezogen ist und wir erzählen die Geschichte nach. Das geht auch. Besonders witzig wären Leute, die mit besonders „deutschen“ Ideen rübergehen wie deutsche Bratwürste verkaufen und sowas.

Wäre toll, wenn Dir was einfällt!

Ganz liebe Grüsse aus Köln
Karina
Meine Mailadresse lautet: Karina.Voges@orange-film.de

Antworten

twerdy März 14, 2010 um 00:53

Hallo Klaus,

das hört sich gut an und sieht Hammer aus bei dir! Da kann man glatt ein bisschen neidisch werden im kalten Deutschland!

Lg, Twerdy

Antworten

Sascha März 16, 2010 um 20:07

Hey,
ja cool. Ich seh schon.. da unten läuftalles. Sehr gut.
Also lasst es euch gut gehen.
Bis bald… ich nehm den Blog jetzt mal in meinen „weeklyToCheck“ Rhythmus auf :-)
Gruß Krenner

Antworten

Leave a Comment

Previous post:

Next post: